Hamburg - "Der Verfassungsschutz muss iranische Fußballfans, die zur WM kommen wollen, ganz genau unter die Lupe nehmen", forderte der CSU-Innenexperte Norbert Geis in der "Bild"-Zeitung. Ähnlich äußerte sich sein CDU-Kollege Reinhard Grindel: "Auch wenn die Zahl der Visa-Anträge aus Iran zur WM stark steigen sollte, muss jeder einzelne Fall sorgfältig geprüft werden."
Das Auswärtige Amt müsse dabei "eng mit allen Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten und deren Warnungen ernst nehmen", forderte Grindel.
Zur Weltmeisterschaft in Deutschland werden nach Angaben der "Bild"-Zeitung im Sommer rund 840 Fans und 31 Reporter aus Iran erwartet. Die Nationalelf Irans spielt in der WM-Gruppe D (Angola, Mexiko, Portugal). Untergebracht ist das Team in Friedrichshafen am Bodensee.
Der iranische Präsident Ahmadinedschad hatte kürzlich behauptet, er habe 40.000 Selbstmordattentäter ausbilden lassen. Die USA hatten im Streit über das Atomprogramm der Regierung in Teheran auch einen Militärschlag nicht ausgeschlossen.
Im Atomstreit hat die iranische Regierung ihr Nuklearprogramm als unumkehrbaren Prozess bezeichnet. Außenamtssprecher Hamid Resa Assefi wies die Forderung des Uno-Sicherheitsrats nach einer Einstellung der umstrittenen Urananreicherung gestern erneut zurück: "Eine Suspendierung steht nicht auf unserem Programm. Diese Sache ist nicht rückgängig zu machen", sagte Assefi. "Iran wird seine Rechte nicht aufgeben und hat Pläne für alle Eventualitäten vorbereitet", sagte Assefi. Er spielte damit offenbar auf Drohungen der USA an, Sanktionen gegen Iran zu verhängen. Am kommenden Freitag läuft die Frist aus, die der Sicherheitsrat Iran gesetzt hat.
Die "Time" schreibt, Washington wolle Teheran mit Strafmaßnahmen im Finanzbereich zum Einlenken im Atomstreit zwingen. Sollte die US-Regierung mit einem härteren Vorgehen im Sicherheitsrat scheitern, würden Banken und Unternehmen zu einem Stopp der Zusammenarbeit und von Investitionen gedrängt werden, heißt es in dem Bericht. US-Außenministerin Condoleezza Rice habe entsprechende Gespräche bereits mit den Finanzministern Deutschlands und Großbritanniens geführt.
Es gehe darum, die Finanzinstitute davon zu überzeugen, dass man nicht mit "bösen Buben" zusammenarbeiten dürfe, weil darunter der Ruf leiden könnte, zitiert das Magazin einen Regierungsmitarbeiter.
Die Öffentlichkeit im Westen werde auf einen Angriff gegen Iran vorbereitet, schreibt die "Times" heute: "Es gibt keinen Zweifel, dass die westliche öffentliche Meinung für einen amerikanischen oder israelischen Angriff auf die iranische Zentrifuge in Natans vorbereitet wird."
als/ddp/AP/dpa
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