Dresden - Das Bundesvorstandsmitglied der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG), Andreas Wagner, will Mitglied der rechtsextremen NPD werden. "Die Parteiführung hat die Idee der WASG verraten und verkauft", sagte Wagner der "Leipziger Volkszeitung". "Ich werde in die NPD eintreten." Die Parteiprogramme von WASG und NPD seien "an vielen Punkten ähnlich", Überschneidungen gebe es bei der Kritik an der Globalisierung sowie im Bereich Soziales. Wagner verwies zudem auf Äußerungen Oskar Lafontaines zu "Fremdarbeitern" in Deutschland.
Bereits zuvor hatte hatte die NPD-Fraktion im sächsischen Landtag einen Bericht der "Sächsischen Zeitung" bestätigt, wonach der 46 Jahre alte Wagner ab Mai sozialpolitischer Berater der Rechtsextremen wird.
Der sächsische WASG-Landesvorstand beantragte umgehend den Ausschluss Wagners aus der Partei. An die Bundessschiedsstelle sei ein Eilantrag gestellt worden, sagte der Sprecher der WASG Sachsen, Enrico Stange. Bis zur Entscheidung sollten jegliche Mitgliedsrechte Wagners ruhen. "Sympathisanten der NPD haben bei uns keinen Platz." Wagner sei noch formal Mitglied des Bundesvorstandes, habe aber seit mehr als einem halben Jahr keinen Kontakt mehr zur Partei.
Der Sprecher des WASG-Bundesvorstandes, Björn Radke, sagte in Berlin, Wagner sei bereits seit über einem Jahr aus der Arbeit des Bundesvorstands ausgeschieden. Wegen Unterstützung der Linkspartei bei den Bundestagswahlen seien zwischen Wagner und allen anderen Vorstandsmitgliedern grundlegende Differenzen aufgetreten. Mit Rücksicht auf den Gesundheitszustand Wagners nach einer medizinischen Behandlung sei eine Klärung vorerst ausgesetzt worden.
phw/dpa/AFP
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