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05.05.2006
 

Fußball WM

US-Abgeordnete fordern Merkel zum Kampf gegen Prostitution auf

Während ihres USA-Besuchs musste sich Kanzlerin Merkel derbe Borwürfe im Zusammenhang mit Prostitution in Deutschland anhören.  Ein republikanischer Abgeordneter warf der Regierung gar Komplizenschaft bei der Förderung von Menschenhandel vor.

Washington - Mehrere US-Abgeordnete haben Angela Merkel  aufgefordert, sich gegen Prostitution bei der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer einzusetzen. "Es ist an der Zeit, dass Kanzlerin Merkel Stellung bezieht und ihre Stimme gegen die Ausbeutung von Frauen und Kindern im Namen des Sports erhebt", sagte der Republikaner Chris Smith. Er warf der Regierung Komplizenschaft bei der Förderung von Menschenhandel durch die in Deutschland legalisierte Prostitution vor.

Auch Vertreter der Demokratischen Partei äußerten sich kritisch: "Wir sollten als Verbündeter wirklich versuchen, mehr Druck auf die deutsche Regierung auszuüben", sagte der Abgeordnete Donald Payne.

Bei einer Anhörung im Kongress in Washington hatten zuvor bereits Frauenrechtsorganisationen erklärt, im Zuge der WM sei damit zu rechnen, dass Tausende zusätzliche Frauen und Minderjährige aus ärmeren Ländern nach Deutschland gelockt und dort als Zwangsprostituierte missbraucht würden.

In Deutschland gibt es schätzungsweise 400.000 legale Prostituierte, die täglich 1,2 Millionen Freier bedienen - wobei die Zahlen umstritten sind. Die Prostituierten können Krankenversicherungen abschließen, Altersvorsorge betreiben und Gewerkschaften beitreten. Dadurch werde aber nur eine Fassade der Legitimität errichtet, kritisierten die Vertreterinnen der US-Frauenrechtsorganisationen. Der Großteil der Prostitution spiele sich hingegen im Verborgenen ab.

Merkel müsse insbesondere während der WM Maßnahmen ergreifen. Einreisevisa dürften nur streng limitiert vergeben werden. Betreibern von Bordellen solle es verboten werden, ihre Häuser länger zu öffnen und zusätzlichen Mitarbeiterinnen einzustellen. Zudem müsse das Hilfsangebot für Opfer von Menschenhandel ausgeweitet werden.

ler/Reuters

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