Josef Hufelschulte, "Focus"-Reporter und Bespitzelungsopfer. Weil Hufelschulte offensichtlich Informanten innerhalb des BND hatte, versuchte der Geheimdienst über fünf Jahre hinweg und mit hohem Aufwand, diese "Lecks" durch Ausspähung des Journalisten zu finden. Zeitweise zu acht hefteten sich die BNDler zwischen August 1993 und Mitte 1996 an Hufelschultes Fersen. Sie beschatteten ihn auf dem Wochenmarkt und wähnten in den Gemüseständen tote Briefkästen. Sogar in die Tiefgarage des "Focus" folgten sie ihm. Als Liebespaar getarnt observierte ein Agenten-Duo immer wieder die Straße, in der Hufelschulte wohnte. Auch andere Journalisten, sogar aus derselben Redaktion, setzte der BND auf den Reporter an, namentlich etwa Wilhelm Dietl (der das freilich bestreitet). Auch Erwin Decker berichtete für den BND über seinen Kollegen - aber nicht für Geld, sondern aus persönlicher Rache. Heraus kam nicht viel: "Keiner meiner Kontakte ist jemals enttarnt worden", sagt Hufelschulte.
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