Hamburg – Die Staatsanwaltschaft Magdeburg will die vier Peiniger eines zwölfjährigen Jungen äthiopischer Abstammung in der zweiten Instanz erneut vor Gericht sehen. Das berichtet die "Financial Times Deutschland". Einer Behördensprecherin zufolge hält die Staatsanwaltschaft das Strafmaß für den Haupttäter Francesco Lenz für zu gering; er war gestern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem bemängelt die Behörde dem Zeitungsbericht zufolge, dass das Amtsgericht Schönebeck nur den 20-jährigen Haupttäter wegen schwerer Körperverletzung verurteilt hatte.
In nächster Instanz muss nun die Jugendkammer des Landgerichts Magdeburg über den Fall entscheiden.
Die vier Täter hatten am 9. Januar im sachsen-anhaltinischen Ort Pömmelte den dunkelhäutigen Jungen mit Fußtritten und Fausthieben sadistisch gequält, sie hatten ihm unter anderem in seinem 75-minütigen Martyrium eine Bierflasche ins Gesicht geschlagen und eine Zigarette auf seinem Augenlied ausgedrückt. Der Zwölfjährige hatte ein Schädel-Hirn-Trauma, einen Nasenbeinbruch, Blutergüsse und Platzwunden erlitten.
Der zweite Täter bekam eine Haftstrafe von zwei Jahren, wobei nach einem halben Jahr in Freiheit entschieden wird, ob der 16-Jährige die Haft antreten muss oder die Strafe auf Bewährung ausgesetzt wird. Der dritte und vierte Täter, 16-jährige Zwillinge, erhielten Bewährungsstrafen von einem Jahr und sieben Monaten.
ler/FTD
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