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25.05.2006
 

Überfall von Potsdam

Verdächtiger soll sich selbst bezichtigt haben

Einer der zwischenzeitlich freigelassenen Männer, die den Deutsch-Afrikaner Ermyas M. in Potsdam überfallen haben sollen, hat sich möglicherweise in der Haft zur Tat geäußert. Wegen der Aussage eines Mithäftlings sitzt er nun wieder in Haft.

Potsdam – "Es gibt einen Zeugen, der über ein Gespräch berichtet hat, welches er mit meinem Mandanten in der JVA geführt haben will", sagte der Anwalt Veikko Bartel. Er vertritt den Verdächtigen Björn L., der gestern nach nur einem Tag auf freiem Fuß wieder verhaftet worden war. Die Bundesanwaltschaft hatte zur Begründung lediglich mitgeteilt, es gebe neue Beweise gegen den 29-Jährigen. Diese erhärteten den dringenden Verdacht der gefährlichen Körperverletzung.

Bartel sagte, ein Mithäftling von L. habe angegeben, dieser habe ihm in der Untersuchungshaft gesagt: "Hätte ich mal richtig reingetreten." Zwei weitere Zeugen hätten dies vom "Hörensagen" bestätigt. Der Anwalt sagte, L. bestreite, ein solches Gespräch geführt zu haben. Dies sei schlüssig, denn der Tatverdächtige habe die Tage in der Untersuchungshaft nach BGH-Beschluss allein verbringen müssen.

Eine Potsdamer Amtsrichterin verkündete am Donnerstag den von Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof erlassenen Haftbefehl gegen L. Bartel kündigte für die nächsten Tage eine Haftbeschwerde an, über die unverzüglich entschieden werden muss.

Der zweite Beschuldigte Thomas M. ist weiter in Freiheit. Die Bundesanwaltschaft wirft den beiden Männern vor, den aus Äthiopien stammenden Wasserbauingenieur in der Nacht zum Ostersonntag an einer Straßenbahnhaltestelle aus rassistischen Motiven zusammengeschlagen und lebensgefährlich verletzt zu haben. Die Bundesanwaltschaft hatte die Haftbefehle gegen beide Männer am Dienstag aufgehoben. Gleichzeitig hatte die Behörde aber angekündigt, weiter gegen die Männer zu ermitteln.

Die Bundesanwaltschaft wollte Berichte über die vermeintliche Selbstbezichtigung von L. weder bestätigen noch dementieren. Sprecherin Frauke-Katrin Scheuten sagte, die Ermittlungen könnten nicht öffentlich geführt werden. Sie beteilige sich nicht an Spekulationen.

chs/rtr/ddp/ap

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