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28.05.2006
 

Trauerfeier für Paul Spiegel

Merkel für Null-Toleranz gegen rechte Gewalt

Die Trauerfeier für den verstorbenen Präsidenten des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, geriet auch zur politischen Geste. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler riefen zur Wachsamkeit gegenüber rechtsextremistischen Umtrieben auf.  

Düsseldorf - Auf der zentralen Trauerfeier für Paul Spiegel in Düsseldorf sagte Köhler: "Wir dürfen nicht dulden, dass hier zu Lande Orte entstehen, an denen Menschen, weil sie als Fremde wahrgenommen werden, fürchten müssen, dass ihre Würde verletzt wird, dass sie um ihre Gesundheit und sogar um ihr Leben bangen müssen."

Grab von Paul Spiegel: Gedenken an einen deutschen Patrioten
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DDP

Grab von Paul Spiegel: Gedenken an einen deutschen Patrioten

Merkel betonte, es dürfe keine Toleranz gegen rechtsextreme Gewalt geben. "Das ist das Vermächtnis von Paul Spiegel." Auf Grund dieses Vermächtnisses könne sich auch nicht dazu schweigen, wenn der Staat Israel vom iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in seiner Existenz bedroht werde. "Wir müssen alle dazu entschlossen sein, diese Gefahr einzudämmen", sagte die Kanzlerin. Diesem Auftrag sei ihre Regierung verpflichtet. Es gelte: "Null Toleranz gegen rechtsextreme Gewalt. Diese Gewalt hat keinen Platz unter uns."

Paul Spiegel war am 30. April nach einer langwierigen Krebserkrankung gestorben. Sein Nachfolger soll am 7. Juni gewählt werden. Im Gespräch sind die bisherigen Vizepräsidenten des Zentralrates, Solomon Korn und Charlotte Knobloch.

Während der Feierlichkeiten würdigte der Bundespräsident das Engagement Spiegels für das Wiedererstehen jüdischen Lebens in Deutschland. Spiegel habe sich bemüht, einen Ausgleich zwischen Juden und Nichtjuden zu finden, ohne das Versagen der Deutschen herunterzuspielen. Er habe geholfen, Brücken zu bauen. "Es bleibt ein immer währender Auftrag, jüdisches Leben in Deutschland zu schützen und zu stärken." Umso schlimmer sei es, wenn wieder Bürger wegen ihrer Religion oder Hautfarbe Angst haben müssten, sagte Köhler. Es sei die Courage aller gefragt, den Rechtsradikalismus einzudämmen. Zwar könnten immer wieder Gewalttaten durch das mutige Eingreifen von Passanten oder Anwohnern verhindert werden, sagte Köhler. "Aber seien wir ehrlich: Es ist weitaus mehr Engagement nötig." 

sev/dpa/Reuters/ddp

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