• Drucken
  • Senden
  • Feedback
01.06.2006
 

Afrika-Mission

Bundeswehr-Soldaten lehnen Kongo-Einsatz ab

Die Bundeswehr sei auf einen Einsatz im Kongo nicht vorbereitet, kritisierte der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe. Manche Soldaten würden die Mission in Afrika massiv ablehnen. Heute entscheidet der Bundestag.

Berlin - Wegen sich ständig widersprechender Zahlen gebe es viele offene Fragen und Verunsicherung, sagte Robbe (SPD) heute im ARD-"Morgenmagazin". Der Einsatz im Kongo werden von Soldaten deshalb teils krass abgelehnt. Robbe kritisierte, dass es kein klares Konzept gebe. "Die Bundeswehr ist nicht vorbereitet auf Afrika", sagte er. So gebe es unter Soldaten Sorge wegen der hohen Aids-Rate und des Klimas.

Nach Robbes Ansicht ist es nicht sicher, ob die Soldaten nach vier Monaten nach Deutschland zurückkehren werden. Es könne zum Beispiel sein, dass es nach der Wahl eine Eskalation gebe. Der SPD-Politiker räumte aber zugleich ein, dass Europa jahrzehntelang die Augen vor den Problemen des Kontinents verschlossen habe. Man habe eine Verantwortung für Afrika.

Der Bundestag entscheidet heute über den Bundeswehreinsatz im Kongo. Die Koalition warb im Parlament für die Mission. Der "erste Einsatz von Bodentruppen in Afrika seit Somalia" sollte von einer breiten Mehrheit getragen werden, sagte SPD-Fraktionsvize Walter Kolbow in der Schlussaussprache zu dem neuen Mandat. Im Kongo gehe es nicht nur um die Stabilität des zentralafrikanischen Landes allein, sondern um ein "Schlüsselland" des ganzen Kontinents.

Deutschland habe daher ein sicherheitspolitisches Interesse an einem stabilen Kongo, betonte Kolbow. Er wies zugleich darauf hin, dass die Vereinten Nationen seit 1999 mit der größten Friedensmission ihrer Geschichte dort engagiert seien. Daher sollte sich die Bundesrepublik der Uno-Bitte nach einer Beteiligung an der Absicherung der für Ende Juli geplanten Wahlen nicht verweigern.

Für die auf vier Monate angesetzte EU-geführte Mission sind 500 deutsche Einsatzkräfte sowie 280 weitere Unterstützungskräfte vorgesehen. Die Haupteinsatzkräfte der Bundeswehr sollen im Nachbarland Gabun in Bereitschaft stehen. Die Kosten der Mission "Eufor RD Congo" werden auf 56 Millionen Euro veranschlagt.

als/ddp/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Deutschland

© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP