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Britisches Geheimarchiv Himmler wollte "Asyl" für Nazis erkaufen

Heinrich Himmler, früherer "Reichsführer SS", hat kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs mit der Schweiz über den Freikauf von 3500 Juden verhandelt. Im Gegenzug sollten 200 Nazis "politisches Asyl" erhalten. 1700 Juden sollen in die Schweiz gebracht worden sein - ein zweiter Konvoi wurde gestoppt.

London - Dies geht aus Dokumenten des britischen Geheimdienstes MI5 hervor, die am Freitag im "Daily Telegraph" veröffentlicht wurden. Für den "Freikauf" sollten jüdische Organisationen fünf Millionen Schweizer Franken auf Geheimkonten einzahlen.

Mit dem Plan wurde Himmlers Nachrichtenchef, Walter Schellenberg, beauftragt. Als Adolf Hitler über seinen Sicherheitschef Ernst Kaltenbrunner davon erfuhr, sei das Projekt gestoppt worden. Der NS- Führer sei strikt gegen die Freilassungen gewesen.

Den Dokumenten zufolge führte Himmler Geheimverhandlungen mit dem damaligen Schweizer Präsidenten. Schellenberg sei es gelungen, einen ersten Sonderzug mit 1700 jüdischen Opfern aus dem Konzentrationslager Theresienstadt in die Schweiz zu bringen. Ein zweiter Transport aus dem Vernichtungslager Bergen-Belsen mit 1800 Menschen wurde auf Grund der Intervention Kaltenbrunners gestoppt.

Aus den Akten geht laut "Daily Telegraph" nicht hervor, ob die Freilassung der 1700 Juden als ausreichend angesehen wurde, um die Sicherheit von Himmler und seinen Gesinnungsgenossen zu garantieren. Auch sei nicht bekannt, ob jemals Geld übergeben wurde. Himmler geriet im Mai 1945 in britische Gefangenschaft und beging Selbstmord.

Das geplante "Tauschgeschäft" Himmlers wurde allerdings bereits Ende der 70er Jahre in der Schweiz ausführlich in der Holocaust-Beilage einer Illustrierten beschrieben. Nach diesen Informationen wurden die fünf Millionen Franken tatsächlich bezahlt. Die Juden aus Theresienstadt hätten die Schweiz am 8. Februar 1945 erreicht. Für die gleiche von einer US-jüdischen Einrichtung bezahlte Summe habe Eichmann fast 2000 Ungarn aus Bergen-Belsen in die Schweiz reisen lassen.

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