München - Die Sozialdemokraten verzeichneten zum 1. Oktober nur noch 567.925 Mitglieder, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Das seien 40 Prozent weniger als 1990, dem Jahr der Wiedervereinigung. Bei der CDU sank die Zahl der Mitglieder im gleichen Zeitraum um 25 Prozent auf 561.070. Sie steht zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik kurz davor, die Sozialdemokraten zu überholen. Ohne die Mitglieder der bayerischen SPD liege die CDU bereits jetzt vorne. Allein seit dem Start der Großen Koalition vor einem Jahr hätten beide Parteien insgesamt 39.093 Beitragszahler eingebüßt.
Der Rückgang der zahlenden Mitglieder stellt die SPD vor erhebliche finanzielle Probleme. Der SPIEGEL berichtete bereits, dass in der SPD-Zentrale über ein Sparpaket verhandelt wird. Im Gespräch sind unter anderem Kürzungen des Weihnachts- und Urlaubsgeldes für die gut 180 Mitarbeiter. Außerdem sollen Stellen abgebaut werden. Die Geschäftsführung will bereits 2007 zwei Millionen Euro einsparen. Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier begründete die Kürzung auf einer Personalversammlung im Willy-Brandt-Haus nach Angaben von Teilnehmern auch mit rückläufigen Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen.
Die CDU hatte ihre Strukturen bereits nach der Spendenaffäre 1999 deutlich verschlanken müssen.
als/AFP/Reuters
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