Berlin - Mit Reden und Buh-Rufen protestierten etwa 70 Unterstützer der Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger (IPAHB) gegen den Moscheebau der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde im Stadtteil Heinersdorf. Zu einer kleinen Auseinandersetzung kam es, als Anhänger der linken Szene den Moschee-Gegnern ein Plakat mit der Aufschrift "Euer Heinersdorfer Rassismus stinkt uns" zeigten und sie beschimpften. Die Polizei war mit 90 Beamten im Einsatz.
Die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde will in innerhalb eines Jahres eine zweistöckige Moschee mit einem zwölf Meter hohen Minarett in Heinersdorf errichten. Eine entsprechende Baugenehmigung hatte das Bezirksamt Pankow Ende Dezember vergangenen Jahres erteilt. Die Bürgerinitiative IPAHB, die auch von den Pankower Christdemokraten und dem CDU-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, Friedbert Pflüger, unterstützt wird, hatte mehrfach Demonstrationen gegen das Bauvorhaben veranstaltet. Zwei Anträge für Bürgerbegehren gegen den Moscheeneubau lehnte das Bezirksamt als verfassungswidrig ab.
Die Mitglieder der Bürgerinitiative kritisieren unter anderem, dass die islamische Gemeinde die Moschee in einer Gegend baue, in der sie keine Mitglieder habe.
Der Berliner Integrationsbeauftragte, Günter Piening lobte dagegen bei der Grundsteinlegung die Ahmadiyya Gemeinde. "Dieser erste Moscheebau in Ostberlin zeigt, dass die muslimischen Gemeinden endlich aus ihren Hinterhöfen herausgehen", sagte Piening. Er forderte alle Beteiligten auf, "auf den Boden des Dialogs zurückzukehren".
tno/dpa/ddp/AFP
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