Mittwoch, 10. Februar 2010

Politik



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06.01.2007
 

Geheimdienste

BKA lieferte CIA Informationen für Verschleppung Zammars

Geheimdokumente belegen: Die Verschleppung Mohammed Haydar Zammars durch die CIA wurde erst mit Hilfe deutscher Sicherheitsbehörden möglich. Das Bundeskriminalamt informierte den US-Geheimdienst ausführlich über den Deutsch-Syrer.

Hamburg - Aus bislang unveröffentlichten Dokumenten von CIA, FBI und Bundeskriminalamt (BKA), die dem SPIEGEL vorliegen, ergibt sich ein neues Bild. Demnach fragte die CIA erstmals sieben Wochen nach den Anschlägen vom 11. September 2001, am 29. Oktober, in Deutschland nach, was das BKA "über das Umfeld und die Aktivitäten" Zammars wisse.

Mohammed Haydar Zammar: Vier Jahre ohne Anwalt in einem syrischen Verlies (Archivbild aus 2001)
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AP

Mohammed Haydar Zammar: Vier Jahre ohne Anwalt in einem syrischen Verlies (Archivbild aus 2001)

Am 20. November 2001 richtete der FBI-Verbindungsbeamte im Frankfurter Konsulat eine erneute Anfrage an das BKA. "Um eine gewisse Verwirrung bezüglich seiner Identität zu beseitigen", so das FBI-Schreiben, bitte die CIA noch einmal, das BKA solle "insbesondere Hintergrundinformationen zu Zammar bereitstellen". Auch fragte die CIA, "aus welchem Grund das BKA annimmt, dass Zammar sich in Marokko befindet".

Sechs Tage später, am 26. November 2001, teilte das BKA dem FBI offiziell mit, es sei beobachtet worden, wie Zammar Ende Oktober nach Marokko ausgereist sei. Präzise informierten die deutschen Ermittler anschließend ihre US-Kollegen über Zammars Reisepläne: Laut Flugticket werde er am 8. Dezember um 6.45 Uhr mit KLM über Amsterdam nach Deutschland fliegen. "Nach hier vorliegenden Erkenntnissen ist der Zammar derzeit noch immer in Marokko und beabsichtigt, den gebuchten Rückflug anzutreten", heißt es in dem BKA-Dossier.

Auf Initiative der CIA wurde der Islamist aus Hamburg daraufhin in den Morgenstunden des 8. Dezember am Flughafen von Casablanca festgenommen und zwei Wochen später nach Syrien ausgeflogen. Dort saß er mehr als vier Jahre ohne Anwalt in einem Verlies des syrischen Geheimdienstes, wo er gefoltert wurde.

Seit Oktober ist er vor dem syrischen Staatssicherheitsgericht angeklagt. Sein Schicksal beschäftigt auch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Berlin.

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