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15.01.2007
 

Sicherheitswall für G-8-Gipfel

Heiligendamm wird für zwölf Millionen Euro eingezäunt

Fünf Monate vor dem G-8-Gipfel im mecklenburgischen Ostseebad Heiligendamm hat der Bau des 12,5 Millionen Euro teuren Zauns um den Tagungsort begonnen. Der Sicherheitswall soll militante Gipfelgegner vom Tagungsort fernhalten.

Heiligendamm - Eine Firma aus Bad Doberan nahm heute die Bauarbeiten in Heiligendamm auf. Mit einer Länge von mehr als zwölf Kilometern soll der Zaun das Nobelbad halbkreisförmig bis an den Strand abriegeln. Der 2,50 Meter hohe Bau aus Stahlgittern auf Betonelementen soll bis Ende April fertig sein. Ein Unterkriechschutz und Stacheldraht sollen militante Gipfelgegner daran hindern, sich dem Tagungshotel zu nähern. Zusätzliche Kameras und Bewegungsmelder alarmieren die Polizei über Eindringlinge. Nach dem G-8-Treffen wird der Zaun wieder abgebaut.

Das Gebiet von Heiligendamm wird nach Ankündigung der Polizei-Sonderkommission "Kavala" - der griechische Name steht für weiße Stadt am Meer - für die Zeit des G8-Gipfels in eine äußere und eine innere Sicherheitszonen eingeteilt. Die innere Sicherheitszone umfasst dabei die G8-Tagungstätte, also die Gebäude des Grand Hotels und das dazugehörige Gelände.

Dort ist das Bundeskriminalamt zuständig, und das Betreten wird nur Gipfelteilnehmern sowie Personal gestattet. Die äußere Sicherheitszone umfasst die gesamte Ortschaft Heiligendamm. Sie wird begrenzt vom neuen Sicherheitszaun. Über zwei Kontrollstellen sollen Ortsansässige, Grundstückseigentümer, Postboten oder angemeldete Besucher die äußere Sicherheitszone betreten.

Kritiker des Gipfels hängten heute an das erste Stahlgitter ein Transparent mit der Aufschrift: "Kapitalismus einzäunen". Ein Sprecher sagte, mit dem Zaun werde eine "demokratiefreie Zone in Heiligendamm" geschaffen. Aktivisten aus aller Welt wollen den Gipfel vom 6. bis 8. Juni mit Blockaden und Demonstrationen stören.

Nach einem Brandanschlag vor dem Haus des Bundes-Finanzstaatssekretärs Thomas Mirow im Dezember in Hamburg und einer Farbbeutel-Attacke gegen das Tagungshotel rechnet der Verfassungsschutz nach eigenen Angaben mit weiteren Aktionen vornehmlich aus dem linksextremen Lager. Die Polizei will zum G8-Gipfel 16.000 Beamte aufbieten.

phw/AP/dpa

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