Berlin/München - "Wie der Prozess jetzt abläuft, weiß doch niemand ganz genau", sagte Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) gestern Abend in der ZDF-Sendung "Berlin Mitte". "Vielleicht korrigiert er noch einmal seine Meinung", fügte der CSU-Politiker hinzu.

Beckstein, Huber, Seehofer: Einzelgespräche mit Stoiber
Zudem könne ein neuer Parteivorsitzender gemäß der Satzung der CSU erst nach Abschluss der örtlichen Gremienwahlen im Herbst gewählt werden. Stoiber habe offensichtlich auf dieses Datum gezielt, weil sonst "zwei Mal ein neuer Parteivorsitzender gewählt" werden müsse. Eine Trennung von CSU-Vorsitz und Ministerpräsidentenamt sei "bei Edmund Stoiber sehr schwer vorstellbar".
Glos plädiere dafür, es jetzt erst einmal dabei zu belassen, dass sich Stoiber "eine Frist gesetzt hat". Allerdings habe Stoiber "den richtigen Zeitpunkt" zum Rücktritt "verpasst". Wenn Mehrheiten wegzubrechen drohten, reagiere die CSU "gnadenlos".
Stoiber empfängt nach seiner gestrigen Ankündigung, Ende September seine Ämter als Ministerpräsident und CSU-Parteichef niederzulegen, heute die CSU-Spitzen zu Einzelgesprächen in der Münchner Staatskanzlei. Ab 13.00 Uhr will er mit CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer, Wirtschaftsminister Erwin Huber, Innenminister Günther Beckstein, CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann und Landtagspräsident Alois Glück sprechen. Mit Seehofer ist nach Angaben der Staatskanzlei ein ausführliches Telefonat geplant.
Stoiber hatte gestern angekündigt, er werde zum 30. September sein Amt als Regierungschef aufgeben und nicht erneut als CSU-Vorsitzender kandidieren. Innenminister Beckstein ist bisher einziger Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten. Um den Parteivorsitz bewerben sich der Münchner Minister Huber und Bundesminister Horst Seehofer.
asc/ddp/AP/dpa
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