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28.02.2007
 

Neuer Zentralrat

Ex-Muslime sagen Islamverbänden den Kampf an

Der neu gegründete Zentralrat der Ex-Muslime hat den Islamverbänden das Recht abgesprochen, die meisten in Deutschland lebenden Muslime zu repräsentieren. "Ab heute ist damit Schluss", stellten die Ex-Muslime klar.

Berlin - Ihre Kampagne stellten die Ex-Muslime unter das Motto "Wir haben abgeschworen". Den muslimischen Verbänden in Deutschland sprachen sie das Recht ab, für die Mehrheit der in Deutschland lebenden und aus islamischen Ländern kommenden Menschen zu sprechen: "Ab heute ist damit Schluss!", stellten sie unmissverständlich klar.

Nach Einschätzung der stellvertretenden Vorsitzenden des neuen Verbandes, Arzu Toker, ist die Mehrheit der angeblich 3,5 Millionen Muslime in Deutschland nicht gläubig. "Milli Görüs und Konsorten können sich selber vertreten."

Der Vorstandssprecher der Giordano Bruno Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, räumte ein, dass es noch keine verlässlichen Zahlen gebe. Diese sollen in einem Forschungsprojekt ermittelt werden. Schmidt-Salomon kündigte für Ende des Jahres eine kritische Islam-Konferenz "Aufklären statt verschleiern" an.

Sehr kritisch äußerte sich die Verbandsvorsitzende Mina Ahadi, eine aus Iran stammende Menschenrechtlerin, über die von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) initiierte Islam-Konferenz. Sie hielt den muslimischen Verbänden vor, grundsätzlich gegen Integration zu sein, und zeigte sich enttäuscht über die deutsche Politik. Der neue Verband hat nach eigenen Angaben bislang 120 Mitglieder.

Die Islam-Beauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Lale Akgün, kritisierte die Neugründung. Wenn die Ex-Muslime behaupteten, der Islam sei nicht mit dem Grundgesetz vereinbar, sei das unzulässige Verallgemeinerung und heize "Islamophobie" an. "Jeder hat in Deutschland das Recht, Atheist zu sein." Auch viele Menschen mit muslimischem Hintergrund seien nicht gläubig. Es sei aber nicht klar, warum diese einen eigenen Verein benötigten, meinte Akgün.

Der Humanistische Verband Deutschlands begrüßte die neue Organisation. Auch Muslime müssten die Wahl haben, sich vom Islam zu distanzieren. Das Recht auf negative Religionsfreiheit gelte auch für Muslime.

als/dpa

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