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28.02.2007
 

Uran im Garten

Dubioser Atom-Fund in Niedersachsen

Bei einem Privatmann in Niedersachsen haben Strahlenschützer 110 Gramm angereichertes Uran sichergestellt. Wie der Mann an das strahlende Gift kam, ist noch völlig rätselhaft. Jahrelang hatten Behörden Informationen über den Fall - unternahmen aber nichts.

Hannover - Der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) sagte heute Abend, der Mann aus Lauenförde im Kreis Holzminden habe schon am 17. Januar Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem handschriftlichen Brief mitgeteilt, dass er Uran besitzt. Genauere Angaben zu Zweck und Herkunft machte er offenkundig nicht. Danach dauerte es einen Monat, bis der Brief auf dem Dienstweg in Niedersachsens Umweltministerium eintraf - am 22. Februar.

Die Behörde schickte noch am gleichen Tag einen Strahlenschutztrupp der Gewerbeaufsicht los. Tatsächlich fanden sie 14 Pellets zu je 7,8 Gramm im Garten des Mannes. Diese Pellets gehörten normalerweise zu den besonders gesicherten Brennstoffen von Atomkraftwerken. Die zylinderförmigen Stücke sind rund einen Zentimeter hoch und wiegen je knapp 8 Gramm. Sie hatten einen Anreicherungsgrad von vier Prozent. Dies reicht für Reaktorbrennstoff aus. Für den Bau einer Atombombe ist dagegen eine Anreicherung von über 90 Prozent erforderlich.

Der Mann soll in einem Zeitraum von zehn Jahren immer wieder versucht haben, Behörden auf das Uran in seinem Garten aufmerksam zu machen. Auch die Polizei habe nie reagiert.

Insgesamt handelt es sich bei dem Fund nach Angaben der Behörden um 110 Gramm Uran. Eine akute Gesundheitsgefährdung habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben. Das Uran war nach Angaben der Fachleute des Ministeriums "fachmännisch in einem Stahlbehälter verpackt". Das radioaktive Material werde nun in Karlsruhe in einem auf radioaktive Substanzen spezialisierten Institut untersucht, um die Herkunft des Stoffes festzustellen.

Die Menge sei zu gering, um sie im Ausland zu Geld zu machen, sagte ein Fachmann im Ministerium. Für die Herstellung eines Atomsprengkörpers sind mindestens vier Kilo des radioaktiven Materials notwendig. Eine schmutzige Bombe, bei der strahlende Partikel durch einen herkömmlichen Sprengkörper umhergeschleudert werden, kann man aber schon mit geringeren Mengen herstellen.

Jetzt ist die Staatsanwaltschaft mit dem Fall befasst. Sie soll vor allem klären, woher das Uran stammt und wie es zu dem Mann kam.

als/AP/AFP/dpa

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