Berlin - Es ist ein rasanter Absturz einer Volkspartei, der Abstand zur Union ist enorm: Während die SPD in der Forsa-Erhebung für den "Stern" und den Fernsehsender RTL um vier Punkte auf 25 Prozent zurückfiel, legte die Union um zwei Punkte zu: Sie kommt danach inzwischen auf 35 Prozent.
Bei der Bundestagswahl lagen beide Koalitionspartner nur einen Prozentpunkt auseinander, jetzt sind es zehn Punkte.
FDP und Linkspartei verbesserten sich um jeweils einen Punkt auf 13 beziehungsweise zehn Prozent. Die Grünen blieben unverändert bei elf Prozent. Die "sonstigen Parteien" kamen auf sechs Prozent. Für die Erhebung wurden den Angaben zufolge 2502 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger vom 26. Februar bis 2. März befragt.
Für die SPD häufen sich damit derzeit die schlechten Nachrichten: In Hamburg steckt die Partei in einer der schwersten Krisen ihrer Geschichte. Nach einer manipulierten Mitgliederbefragung ist vor wenigen Tagen der gesamte Landesvorstand der Partei zurückgetreten, die Suche nach einem Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl im kommenden Jahr ist bislang erfolglos geblieben. Erst in dieser Woche sagte der frühere Bürgermeister der Hansestadt, Henning Voscherau, ab.
Der Vizekanzler und frühere SPD-Chef Franz Müntefering äußerte sich entsetzt über das Führungsdebakel in Hamburg: "Die müssen sich jetzt mal am Riemen reißen und sich klarmachen, welche Veranwortung sie haben", sagte Müntefering der "Bild"-Zeitung.
hen/ddp/dpa
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