Fürth - Lafontaine wird neben Lothar Bisky als Vorsitzender der neuen gesamtdeutschen Partei "Die Linke" kandidieren. Das teilte er am Sonntag mit - einen Tag, nachdem beide Parteien in Urabstimmungen ihre Fusion beschlossen hatten.
Lafontaine soll an der Spitze der neuen Partei die alte WASG vertreten, Bisky die bisherige Linkspartei.PDS, deren Bundesvorsitzender er zurzeit noch ist. Durch den Zusammenschluss soll eine bundesweite Kraft links der SPD entstehen. Im Bundestag haben beide Parteien bereits eine gemeinsame Fraktion gebildet, deren Vorsitzender Lafontaine – gemeinsam mit Gregor Gysi – ist.
Gewählt wird die neue Führung der Linken auf deren Gründungsparteitag am 16. Juni in Berlin. Lafontaine, der zuvor vom WASG-Vorstand zur Kandidatur aufgefordert worden war, fühlt sich nach eigenen Angaben durch das Ergebnis der Urabstimmungen von Linkspartei und WASG für die Wahl ermutigt. WASG-Chef Klaus Ernst zeigte sich überzeugt, dass auch die Wahl der übrigen Parteiführung, die zunächst paritätisch aus der ehemaligen PDS und der WASG zusammengesetzt sein soll, in Berlin in gutem Einvernehmen erfolgen werde.
Die Gründung der neuen Linkspartei sei kein Selbstzweck, betonte Ernst, vielmehr entspreche sie eindeutig dem Wunsch der Wähler, wie zuletzt auch das Ergebnis der Landtagswahl in Bremen gezeigt habe. Dort war die Linkspartei mit einer gemeinsamen Liste zusammen mit der WASG am Sonntag vor einer Woche erstmals in ein westdeutsches Landesparlament eingezogen.
"Oskar Lafontaine ist seinen Zielen und Idealen immer treu geblieben", betonte der WASG-Parteichef. Als ehemaliger Bürgermeister, Ministerpräsident, Bundesminister und Parteivorsitzender sei er einer der erfahrensten und profiliertesten linken Politiker des Landes. "Wir freuen uns, dass wir ihn für unser Projekt der neuen Linken gewinnen konnten", fügte Ernst hinzu.
Lafontaine selbst betonte im Gespräch mit der "Bild am Sonntag", er strebe auch im Fall einer späteren Regierungsbeteiligung der neuen Linkspartei keinen Kabinettsposten mehr an. "Ich will wieder mehr soziale Gerechtigkeit. Ämter hatte ich genug", sagte der ehemalige SPD-Vorsitzende.
wal/AP
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