Heiligendamm - Das Ostseebad Heiligendamm, Tagungsort des G-8-Gipfels vom 6. bis 8. Juni, ist seit dem frühen Morgen von der Öffentlichkeit abgeschnitten. Gegen 7 Uhr schloss die Polizei die beiden Tore an den Zufahrtsstraßen, ein zwölf Kilometer langer Sicherheitszaun schirmt nun den Ort komplett ab.
Am Strand von Heiligendamm: Die letzten Lücken im Zaun werden geschlossen
Der 2,50 Meter hohe Zaun aus Stahlgittern und Beton - im Polizeijargon technische Sperre genannt - ist mit Stacheldraht umwickelt und mit Kameras sowie Bewegungsmeldern ausgerüstet. Der Wall ist das deutlichste äußere Zeichen des Gipfels und hatte wegen der hohen Kosten von 12,5 Millionen Euro zu heftigen Diskussionen geführt.
Der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, verteidigte die scharfen Sicherheitsmaßnahmen. Die Gipfelteilnehmer zählten zu den am meisten gefährdeten Personen, sagte der CDU-Politiker im ARD-Morgenmagazin. Das Treffen sei das erste in Deutschland nach den Anschlägen vom 11. September 2001. "Insofern sind die Sicherheitsanforderungen wesentlich gestiegen."
Die G-8-Polizeieinheit "Kavala" hat indes Beschwerde gegen die Aufhebung des Demonstrationsverbots am Flughafen Rostock-Laage eingelegt. Das Versammlungsverbot sei mit Blick auf die von G-8-Gegnern geplanten Blockaden des Flughafens dringend nötig, teilte die Polizei heute in Rostock mit.
Der Flughafen spiele eine wichtige Rolle für die Versorgung des G-8-Gipfels. Deshalb halte die Polizei Blockadeversuche weiterhin für wahrscheinlich. Die vom Gericht verhängten Auflagen für die Demonstrationen bezeichnete die Polizei als unzureichend, "um den Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung vorzubeugen", heißt es in der Begründung.
Das Verwaltungsgericht Schwerin hatte gestern entschieden, dass Gipfelgegner entgegen dem von der Polizei verhängten Verbot nahe dem Flughafen Rostock-Laage demonstrieren dürfen. Auf dem auch zivil genutzten Militärflughafen werden die Flugzeuge der Staats- und Regierungschefs landen, die zum G-8-Gipfel in Heiligendamm anreisen.
phw/dpa/AP
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