Mainz/Berlin - Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, würden laut des heute veröffentlichten ZDF-Politbarometers 39 Prozent der Wähler den Unionsparteien ihre Stimme geben und nur 31 Prozent den Sozialdemokraten. FDP und Grüne kämen auf je acht Prozent, die Linke.PDS auf neun. Die CDU/CSU hat damit gegenüber dem letzten Politbarometer von Mitte Mai einen Punkt zugelegt, SPD und Grünen gaben je einen Zähler ab. Die Werte von FDP und Linkspartei blieben gleich.
Lässt man jedoch die langjährige Parteibindung der Wähler außer Acht, steht die Union noch weitaus besser da. In der aktuellen politischen Stimmung, die das Politbarometer separat ausweist, kommen CDU/CSU demnach auf 43 Prozent (plus eins), das sind zwölf Punkte vor der SPD mit 31 Prozent (minus eins). Die FDP erreicht 7 Prozent (plus 1), die Grünen 8 Prozent (minus 1) und die Linke 7 Prozent (minus 1).
Bei der Liste der zehn wichtigsten Politiker liegt weiterhin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit einem Wert von 2,0 ganz vorn. Auf der von minus fünf bis plus fünf reichenden Skala der zehn wichtigsten Politiker folgen hinter der CDU-Chefin Außenminister Frank-Walter Steinmeier (1,7) sowie Finanzminister Peer Steinbrück und Familienministerin Ursula von der Leyen (je 1,3) auf den Rängen zwei bis vier.
Aufgeholt hat der SPD-Vorsitzende Kurt Beck, der mit einer Bewertung von 1,1 (Mai: 0,8) einen großen Schritt nach vorn tat. 0,2 Prozentpunkte zugelegt hat Innenminister Wolfgang Schäuble (0,7), Vizekanzler und Arbeitsminister Franz Müntefering liegt unverändert bei 0,6. Ihre Sympathiewerte leicht verbessert haben auf niedrigem Niveau FDP-Chef Guido Westerwelle mit 0,1 (Mai: minus 0,1), Gesundheitsministerin Ulla Schmidt mit minus 0,4 (Mai: minus 0,6) und der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber mit minus 0,7 (Mai: minus 1,1).
Aus der von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vorgenommenen Befragung geht ferner hervor, dass der künftigen Partei Die Linke aus PDS und WASG durchaus Chancen auf eine dauerhafte Etablierung eingeräumt werden: 40 Prozent gehen davon aus, dass sich durch diesen Zusammenschluss die Chance der Gruppierung erhöht, bei künftigen Wahlen erfolgreich zu sein. Weitere 39 Prozent erwarten keine Auswirkungen auf die Erfolgsaussichten, und nur 14 Prozent sind der Meinung, dass diese sich eher verringern.
Die entsprechenden Mehrheitsverhältnisse vorausgesetzt, hält es jedoch nur ein Drittel der Befragten (33 Prozent) für wahrscheinlich, dass die SPD auf Bundesebene eine Regierung mit der Partei Die Linke bilden würde. Dagegen glaubt eine Mehrheit von 57 Prozent, die SPD würde keine rot-rote Koalition eingehen.
phw/AP/dpa
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