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02.06.2007
 

Minutenprotokoll der Krawalle

"Steine, Stinkefinger, brennende Autos" (mit Korrektur)

6. Teil: Messerattacke gegen einen Polizisten

[14:45] Bei der Großkundgebung in Rostock wird ein Polizist verletzt. Ein Demonstrant sei mit einem Messer auf den Beamten losgegangen, berichtet eine Polizeisprecherin.

[14:43] Berlins Innensenator Ehrhart Körting erklärt, dass die Demonstration der Rechtsextremen am Brandenburger Tor nicht spontan erfolgt sondern gezielt vorbereitet worden sei. Die Neonazis seien aus Bayern und Baden-Württemberg angereist.

[14:40] Verfassungsschützer erwarten in Heiligendamm nur wenige militante Linksextremisten. Die Militanten würden die Konfrontation mit den Sicherheitskräften im übersichtlichen Gelände um Heiligendamm umgehen und stattdessen ihr gewohntes Aktionsfeld in Berlin und Hamburg nutzen.

[14:38] In Berlin nimmt die Polizei 13 NPD-Anhänger fest, die unangemeldet durch das Brandenburger Tor gezogen sind. Dabei sollen die Rechtsextremen Beamte, die sich ihnen in den Weg stellten, weggestoßen und verletzt haben.

[14:17] Die Sicherheitsbehörden rechnen mit nur wenigen Teilnehmern an den Protestaktionen. "Wir gehen davon aus, dass ein Demonstrant auf einen Polizisten kommen wird", sagt ein Verfassungsschützer. Die Polizei ist rund um Heiligendamm mit 16.000 Beamten im Einsatz.

[14:15] In Rostock kommt es in der Langen Straße zu Ausschreitungen. Demonstranten werfen Eier, Flaschen und Steine. Die Polizei verhält sich defensiv und schreitet nicht ein.

[14:01] Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) erwartet einen friedlichen Verlauf der Demonstrationen. "Wir wollen, dass sich Mecklenburg-Vorpommern als guter Gastgeber für das Gipfeltreffen präsentiert und Bilder von bunten, kreativen Festen um die Welt gehen."

[13:42] Die Polizei zählt in Rostock nur 20.000 Demonstranten. "Dabei wird es wohl bleiben", sagt ein Sprecher. Ursprünglich war mit bis zu 100.000 Globalisierungsgegnern gerechnet worden.

[13:24] In Rostock setzen sich die Demonstrationszüge der G-8-Kritiker in Bewegung. Die Demonstranten bewegen sich durch eine fast menschenleere Innenstadt, aus Angst vor Randalen sind viele Läden mit Sperrholzplatten verbarrikadiert. Die Polizei meldet "keine Zwischenfälle".

[13:12] Die bei Heiligendamm entdeckte Seemine wird gesprengt. "Außer einer Wasserfontäne gab es dabei keine besonderen Vorkommnisse", sagt ein Polizeisprecher. Die Seemine aus dem Zweiten Weltkrieg lag in der Ostsee unmittelbar vor der engeren Sperrzone um Heiligendamm.

[13.01] Sechs Jahre nach den Todesschüssen beim G-8-Gipfel in Genua sagt der verantwortliche Carabiniere Mario Placanica erstmals vor Gericht aus. Er sei in seinem Polizeiauto angegriffen worden und habe Angst bekommen. "Da habe ich meine Pistole genommen und habe zwei Schüsse abgegeben."

[12:56] Die baden-württembergische Polizeigewerkschaft beklagt Überstunden wegen des G-8-Gipfels. Die in Heiligendamm eingesetzten Beamten würden im Südwesten fehlen. "Wenn in Baden-Württemberg in dieser Zeit etwas passiert, laufen wir auf dem Zahnfleisch."

[12:48] Die globalisierungskritische Organisation Attac fordert in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel die Aufhebung der Demonstrationsverbote.

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