+++ Haftstrafe verhängt +++
[13:57] Drei Tage nach den schweren Ausschreitungen in Rostock ist der erste Randalierer verurteilt worden. Gegen einen 31 Jahre alten Deutschen verhängte das Amtsgericht Rostock zehn Monate Haft ohne Bewährung. Der Mann wurde wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch verurteilt. Nach Angaben von Gerichtssprecherin Gabriele Krüger hatten zwei Polizeibeamte die Übergriffe als Zeugen bestätigt. Der Mann soll die Polizeikräfte beworfen haben.
+++ Heute elf Festnahmen +++
[13:48] Die Polizei hat bei Anti-G8-Protesten elf Menschen festgenommen. Bisher ist bei der Einsatzführung aber noch unklar, wo und aus welchen Gründen. Ein Sprecher sagte, möglicherweise hätten sie verbotene Gegenstände mit sich geführt oder sie seien zur Feststellung der Personalien kurzzeitig zu einer Gefangenensammelstelle gebracht worden. Bisher sei die Lage ruhig, Auseinandersetzungen mit Demonstranten habe es nicht gegeben.
+++ Karlsruhe bestätigt Auflagen für G-8-Demo +++
[12:58] Die Mahnwache am Tagungsort des G-8-Gipfels in Heiligendamm und die geplante Demonstration am Flugplatz Rostock-Laage bleiben nur unter Auflagen zulässig. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte in Karlsruhe einen entsprechenden Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Greifwald. Damit scheiterte der Eilantrag der Organisatoren der Demonstration.
+++ Attac nennt friedliche Sitzblockaden legitim +++
[12:53] Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat davor gewarnt, dass nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen nach der friedlichen Demonstration am Samstag in Rostock "grundlegende Bürgerrechte unter die Räder geraten" könnten. Viele Menschen hätten sich darauf vorbereit, mit friedlichen Sitzblockaden gegen den G-8-Gipfel zu protestieren, teilte Attac in Frankfurt mit. Attac Deutschland rufe nicht zu den Blockaden auf und gehöre nicht dem Bündnis "Block G8" an. Trotzdem würden sich zahlreiche Mitglieder des Netzwerks an den Blockaden beteiligen.
+++ GSG-9-Einsatz nicht möglich +++
[12:21] Die Anti-Terror-Einheit GSG 9 kann nicht gegen autonome Gewalttäter im Umfeld des G-8-Gipfels eingesetzt werden. "Die GSG 9 hat ganz andere Aufgaben", erklärte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Christian Sachs, in Berlin. Mehrere Unionsabgeordnete hatten einen entsprechenden Einsatz gefordert, nachdem bei den Krawallen am Wochenende in Rostock mehrere hundert Polizisten verletzt worden waren.
+++ Alternativgipfel stellt Forderungen an Merkel +++
[12:09] Zum Auftakt eines Alternativgipfels in Rostock haben Globalisierungskritiker an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, beim Klimaschutz eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Die Kanzlerin müsse sich für klare Reduktionsziele für Treibhausgase einsetzen und beim G-8-Gipfel nicht um den heißen Brei herumreden, forderte Karsten Smid von Greenpeace in Rostock. Lippenbekenntnisse reichten nicht, damit delegitimierten sich die Staats- und Regierungschefs der G-8 selbst. Allein die G-8-Staaten seien für den Ausstoß von 50 Prozent der Treibhausgase weltweit verantwortlich.
+++ Polizei nennt Gummigeschoss-Debatte Quatsch +++
[12:02] Die G-8-Polizeieinheit Kavala hat verärgert auf Forderungen nach dem Einsatz von Gummigeschossen zum Schutz vor Angriffen von Randalierern reagiert. "Das ist alles Quatsch. Das ist eine absolute Dummheit, so eine Diskussion", sagte Polizeisprecher Axel Falkenberg. In Deutschland sei über die Verwendung solcher Geschosse überhaupt noch nicht ausreichend nachgedacht worden, und es fehlten klare gesetzliche Regelungen. Ein Sprecher des Schweriner Innenministeriums wies darauf hin, dass es im Land keine solche Munition gebe.
+++ Polizei wirft "Clown's Army" Chemieeinsatz vor +++
[11:42] Bei der Anti-G-8-Demonstration gestern in Rostock sollen militante Demonstranten chemische Flüssigkeiten gegen Polizisten versprüht haben - das behauptet die Polizei. "Acht Polizisten mussten zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden", sagte Sprecher Axel Falkenberg. Dies sei ein in Deutschland bislang unbekanntes Vorgehen der militanten Szene. Verursacher seien Mitglieder einer Gruppe namens "Clown's Army", die aus Spritzpistolen die bisher unbekannte Flüssigkeit versprühten. Schon am Samstag mussten mehrere Polizisten mit schmerzhaften Hautreizungen medizinisch behandelt werden.
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