Heiligendamm - Zu den bereits bestehenden Blockaden in Börgerende und an der Kontrollstelle Rennbahn sei eine weitere auf der Bundesstraße 105 bei Bartelshagen hinzugekommen, teilte die Polizei mit. Knapp 200 Demonstranten seien daran beteiligt. Insgesamt sind damit vier Straßen um Heiligendamm blockiert.
Zwischen Kühlungsborn und Kröpelin wurde eine Barrikade in Brand gesetzt. Das Feuer wurde aber mittlerweile gelöscht. Insgesamt sei die Lage ruhig, sagte ein Sprecher am Morgen.
Die Polizei richtet sich aber auf weitere Aktionen von G-8-Gegnern in der Sperrzone rings um den Sicherheitszaun ein. Nahe dem Camp der G-8-Gegner in Reddelich zog inzwischen ein massives Polizeigebot auf. Das Bundesverfassungsgericht hatte gestern das Verbot eines für heute geplanten Sternmarsches nach Heiligendamm bestätigt.
"Wir machen weiter, solange die Kraft reicht", sagte Christoph Kleine von Block G8. Er rechne nicht damit, dass heute erneut die hohen Teilnehmerzahlen vom Mittwoch erreicht werden: "Es geht nicht darum, das zu toppen", sagte Kleine.
Inzwischen hat die Polizei den Zugang zu dem Sicherheitszaun praktisch freigegeben. Die Demonstranten kämen bis unmittelbar an die Sperre heran, berichtete ein dpa-Korrespondent am Kontrollpunkt Galopprennbahn. Nur etwa 50 Polizeibeamte waren zu sehen.
In der Nacht war von der Polizei die Übernachtung von rund 2000 G-8-Gegnern im Sperrgebiet vor Heiligendamm außerhalb des Sicherheitszaunes geduldet worden. Bei der Auflösung mehrerer Blockaden am Vortag habe es 178 Festnahmen gegeben. 16 Polizisten seien unter anderem durch Steinwürfe verletzt worden.
Insgesamt war es nach Angaben von Polizei und Demonstranten rund 10.000 Menschen gelungen, trotz des strikten Demonstrationsverbotes um Heiligendamm bis zum Sperrzaun vorzudringen und dort zu protestieren.
Die Polizei will weiter auf Deeskalation setzen. Ein "Katz-und-Maus-Spiel" der Demonstranten gebe es aber nicht, sagte Axel Falkenberg, Sprecher der G-8-Polizeisondereinheit, im ZDF. Immerhin bestehe ein Versammlungsverbot. "Die Leute, die dort sitzen, begehen Ordnungswidrigkeiten, die mit bis zu 500 Euro Geldbuße belegt werden können", sagte der Sprecher. Der Gipfel selbst werde durch die Demonstrationen nicht gestört, versicherte Falkenberg. "Die Infrastruktur funktioniert."
als/ddp/Reuters/dpa
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