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08.06.2007
 

Afrika-Politik

G8 beschließt Milliardenprogramm für Aids-Hilfe

Die G-8-Länder haben sich nach ihrem Kompromiss beim Klimaschutz auf ein weiteres Großprojekt geeinigt: Mit einem 60-Milliarden-Dollar-Programm sollen in Afrika, aber auch in Ländern anderer Kontinente gefährliche Krankheiten wie Aids bekämpft werden.

Heiligendamm - Die Gipfelteilnehmer einigten sich auf ein Programm im Wert von 60 Milliarden Dollar (44,5 Milliarden Euro) zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie Aids, aber auch Malaria oder Tuberkulose. Kanzlerin Angela Merkel kündigte an, die G-8-Länder würden ihre Verpflichtungen gegenüber Afrika erfüllen. Nach einem Treffen mit den Vertretern afrikanischer Staaten sagte sie, dass die G-8-Länder aber auch Erwartungen an die Empfänger der Hilfsleistungen hätten.

Die führenden Industrieländer und Russland versprechen damit, zur Bekämpfung dieser Infektionskrankheiten insgesamt 60 Milliarden Dollar zu geben. Die Hälfte davon werden allein die USA, die übrige Summe von 30 Milliarden Dollar die sieben anderen G-8-Staaten tragen. Das Programm war vor knapp zwei Wochen von US-Präsident George W. Bush in Grundzügen vorgeschlagen worden.

Heidemarie Wieczorek-Zeul bestätigte die Vereinbarung im ZDF-Morgenmagazin: "Das wird beschlossen". Deutschland sage vier Milliarden Euro zu. "Ich kann garantieren, dass wir das umsetzen mit den vier Milliarden", betonte die Ministerin. Das sei mit Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück bereits abgestimmt.

Einzelheiten hatte zuvor die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" gemeldet: Das Geld solle nicht nur Afrika, sondern auch Osteuropa zugute kommen. In der Abschlusserklärung werde ein verbindlicher Zeitplan allerdings ebenso vermieden wie das Festschreiben konkreter Finanzzusagen einzelner Länder, berichtet die Zeitung weiter.

Deutschland und die USA wollten ihre Mittel deutlich erhöhen, hieß es aus der deutschen Delegation gegenüber der Zeitung. Ein Teil des 60-Milliarden-Dollar-Pakets soll der Zeitung zufolge zur Finanzierung des vor sechs Jahren eingerichteten "globalen Fonds" verwandt werden. Der Fonds finanziert 450 Gesundheitsprojekte in 136 Ländern.

Jedoch gebe es Bedenken "bei manchen der anderen". Einige Länder sollen sich angesichts der hohen Summen skeptisch gezeigt haben. Nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen gab es vor allem Widerstand aus Italien gegen weitere Hilfen für Afrika.

als/dpa

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