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14.06.2007
 

Neonazi-Angriff Halberstadt

Polizei nimmt dritten Tatverdächtigen fest

Die Polizei in Sachsen-Anhalt hat fünf Tage nach dem Neonazi-Überfall auf eine Theatergruppe in Halberstadt einen dritten Tatverdächtigen festgenommen. Innenminister Hövelmann nahm die scharf kritisierte Polizei in Schutz.

Halberstadt - Der 24-Jährige aus Halberstadt werde ebenso wie die beiden anderen schon in Haft sitzenden 22 und 29 Jahre alten Männer der rechten Szene zugeordnet, teilte die Polizei mit. Bei dem Angriff waren 14 Mitglieder eines Theaterensembles nach einer Premierenfeier angegriffen, fünf wurden schwer verletzt. Die Opfer im Alter von 19 bis 32 Jahren hatten Rippen- und Kieferverletzungen, Nasenbeinbrüche und Augenverletzungen erlitten.

Der Fall hatte zusätzlich für Empörung gesorgt, weil die Polizei den stadtbekannten, einschlägig vorbestraften 22-Jährigen, der am Tatort von Opfern wieder erkannt worden war, zunächst laufen lassen hatte. Auch wurde der Polizei vorgeworfen, sie habe zunächst die Personalien der Opfer aufgenommen anstatt die Täter umgehend zu verfolgen.

Innenminister Holger Hövelmann (SPD) warnte im Magdeburger Landtag vor einer pauschalen Kritik an der Polizei Sachsen-Anhalts. Zwar habe es nach dem Überfall in Halberstadt Fehler einzelner Beamter gegeben. "Das darf aber nicht zu Verallgemeinerungen führen", sagte Hövelmann.

Die Bekämpfung des Rechtsextremismus sei eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. "Ich lasse es nicht zu, dass die Polizei aus Unmut über ein gesamtgesellschaftliches Problem als Prügelknabe herhalten muss."

Hövelmann sagte, die Polizei leiste insgesamt gute Arbeit. Sie verdiene Vertrauen. Die Landesregierung teile den Zorn der Opfer. Die Rechtsextremen hätten die Würde des Menschen mit Füßen getreten. Hövelmann wies Vorwürfe zurück, wonach die Landesregierung nicht genügend gegen Rechtsextremismus tue. Er kenne keine andere Landesregierung in Deutschland, die sich so intensiv mit diesem Thema befasse.

asc/dpa/ddp

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