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SPD-Chef Beck Kumpel Kurt zieht in den Kampf

2. Teil: Wie Kurt, der Menschenfreund, eine ganze Firma beflirtet

Kurt, der Menschenfreund
Kandel, Besuch der Firma DBK David+Baader GmbH

"Ich störe Sie mal kurz und sage guten Tag. Sie schießen da jetzt Nieten rein und die weiten sich dann innen, oder?"

"Genau, Sie kennen sich ja aus."

"Ich hab mal Elektriker gelernt", sagt der Politreisende. "Wann geht's in Feierabend, ist am Freitag verkürzte Schicht?"

"Ganz normales Programm heute."

"Ist ja nicht mehr lang."

Das ist der Beck direkt bei den Menschen. Firmenbesuch in der Südpfalz, ein Standardtermin für einen Politiker, für einen Ministerpräsidenten allemal. Heimatterrain. Kandel liegt nur ein paar Kilometer von Becks Geburtsort Bad Bergzabern.

Beck wird binnen einer guten Stunde mit fast jedem Mitarbeiter gesprochen haben: "Wohin geht der Ofen?" - "Sie testen jetzt, ob da der Strom durchläuft, oder?" - "Was Sie in der Hand haben, geht zum Kunden?"

Beck wartet nicht, dass der Werksleiter ihn zu den Leuten führt. Der SPD-Chef geht selbst auf sie zu. Stellt immer Fragen, signalisiert immer Interesse. Zum Abschluss ein freundliches Lächeln: "Schönes Wochenend und alles Gute."


Kurt, der Unerschütterliche
Bad Dürkheim, Bundesverbandstag des Schornsteinfegerhandwerks

Derzeit würden nur noch 25 Prozent der Deutschen die SPD wählen. Fast jede Woche gibt es ein neues Rekordtief. Im Vergleich mit Kanzlerin Angela Merkel sieht es für Beck noch schlechter aus: Selbst SPD-Anhänger würden in einer Direktwahl Merkel den Vorzug geben. Beck - in Berlin ist er der Minus-Mann.

Hier in Bad Dürkheim ist er "der Kurt". Würden Umfrageprozente parallel zur Zahl der Handschläge steigen, die der Parteichef verteilt, die SPD stünde glänzend da. Hier sagen die Leute: "Der Kurt kommt!", und stehen am vergangenen Freitag hübsch aufgereiht vor dem Hotel Mercure zum feierlichen Empfang. Schornsteinfeger in ihrer schwarzen Kluft, goldfarbene, in der Sonne blitzende Knöpfe in Zweierreihen an den Jacken, schwarze Zylinder.

Beck schüttelt Hände. "Reinhold, du siehst gut aus", sagt er jovial zum ersten und klopft ihm auf die Schulter.

Für jeden hat er seine Hand, für etliche ein Wort, viele kennt er persönlich. Sie haben sich einen Witz ausgedacht: "Willkommen bei den Schwarzen", rufen sie und grinsen auf Kommando. Haha - der oberste Rote bei den Schwarzen, den Schornsteinfegern. Wie in der Großen Koalition in Berlin - nur harmonischer. "Ich bin gern hier", sagt Beck.

Sie geben ihm einen kleinen Schornsteinfeger als Glücksbringer fürs Revers, er steckt ihn an, trägt ihn noch Stunden später.

Drinnen im Saal spricht Beck über "Qualitätsanforderungen an Feuerungsanlagen" und die "Herausforderungen des Schornsteinfegerhandwerks", und das Erstaunlichste an seiner Rede ist, wie er darin irgendwie die Nato und die Uno unterkriegt. Er sagt: "In Bad Dürkheim kann man sich wohl fühlen." Einer muntert ihn nach der Rede auf: "Angela muss nicht alles haben, lass dich nicht unterkriegen!"

Er erwidert: "So schnell nicht."

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