Rostock - Bei der Schlägerei wurden gestern nahe Rostock sieben Menschen verletzt. Wie die Bundespolizei mitteilte, war auf dem Weg zu einer Demonstration der rechtsextremen NPD in Rostock eine Gruppe linker Gegendemonstranten in einen Zug eingestiegen, in dem bereits eine Gruppe NPD-Anhänger saß. Daraufhin seien beide Seiten - insgesamt rund 200 Personen - aneinander geraten. Dabei wurden auch Scheiben eingeschlagen. Gegen 17 rechte und 37 linke Teilnehmer wird nun wegen Landfriedensbruch, Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelt.
Die Polizei hatte den Zug am Bahnhof Pölchow gestoppt und die Gruppen mit starken Kräften getrennt. Die Bahnstrecke war in Richtung Güstrow - Rostock für mehr als eine Stunde gesperrt. In Rostock wurde dann die Identität von 141 Zuginsassen festgestellt, darunter 47 aus dem rechtsextremen Spektrum. Im Zug saß laut Bundespolizei auch der Vorsitzende der Schweriner NPD-Landtagsfraktion, Udo Pastörs.
Bei den Demonstrationen in Rostock selbst verhinderte nach Polizeiangaben ein Aufgebot von über 2000 Beamten eine Eskalation zwischen 200 Teilnehmern der NPD-Demonstration und 400 Gegendemonstranten. Der von der Stadt genehmigte Aufzug der NPD in Rostock stand unter dem Motto "Linken Gewalttätern keinen rechtsfreien Raum geben". Die Initiative "Bunt statt Braun", Bündnis 90/Die Grünen und Gewerkschaften hatten unter dem Motto "Schöner leben ohne Naziläden" eine Gegenveranstaltung organisiert.
Anlass der Demonstrationen war der Protest gegen einen Textil-Laden der rechtsradikalen Szene in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt, einem traditionell linken Viertel der Hansestadt. Seit mehr als einer Woche hatte es dort immer wieder Auseinandersetzungen gegeben, bei denen es zu Sachbeschädigungen kam und mehrere Beteiligte verletzt wurden. "Auch weiterhin wird es Proteste gegen den Nazi-Laden 'East Coast Corner' geben, bis er endlich dichtmacht", kündigte eine Sprecherin der Antifaschistischen Gruppe A3 Rostock an.
In Gera in Thüringen protestierten am Samstag mehr als 500 Bürger gegen einen NPD-Aufmarsch. Der Stadtrat hatte aufgerufen, ein Signal gegen Rechts zu setzen. Oberbürgermeister Norbert Vornehm (SPD) sagte bei der Kundgebung, die Stadt wolle zeigen, "dass hier Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen zusammenleben und wir das als Bereicherung empfinden". Zu der NPD-Kundgebung versammelten sich nach Angaben der Polizei 650 Mitglieder und Sympathisanten. Zu Zusammenstößen mit Linken kam es nach Angaben der Polizei nicht.
phw/AP/dpa
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