Sonntag, 22. November 2009

Politik



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06.07.2007
 

Halberstadt

Polizei räumt schwere Fehler nach Neonazi-Überfall ein

Nach dem Neonazi-Überfall in Halberstadt vor einigen Wochen hat es schwere Fehler der Polizei gegeben - das ergibt der offizielle Untersuchungsbericht. Demnach trifft insbesondere den inzwischen versetzten Dienstgruppenleiter die Schuld.

Halberstadt - Nach dem Überfall seien zwar schnell Beamte am Tatort gewesen - sie waren mit der Situation wegen fehlender Führung durch den Vorgesetzten aber überfordert, heißt es in dem Bericht. Unter anderem wurde ein Tatverdächtiger, der sich nahe des Tatortes befand, nicht festgenommen, obwohl er einschlägig vorbestraft war und von Überfallopfern wiedererkannt wurde. Auch die Betreuung der teils schwer verletzten Überfallopfer lief dem Bericht zufolge nicht optimal.

Erinnerung: Noch Tage nach der Tat war die Stelle des Überfalls markiert
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DPA

Erinnerung: Noch Tage nach der Tat war die Stelle des Überfalls markiert

Der Untersuchungsbericht wurde im Auftrag der Halberstädter Polizeipräsidentin Christiane Marschalk vom Leiter des Polizeireviers Quedlinburg erstellt. Er kommt zu dem Schluss, dass es bei dem Einsatz keinerlei Koordination und Führung gegeben habe. Daher sei es zu einer verfehlten Lageeinschätzung gekommen. Ein Tatverdächtiger sei zunächst nicht festgenommen worden, weil die kontrollierenden Beamten nicht alle polizeilichen Informationssysteme genutzt hätten.

Deshalb liege die die Hauptschuld für Fehler der eingesetzten Polizisten bei dem damaligen Dienstgruppenleiter. Hinweise auf den Straftatbestand der Strafvereitelung im Amt hätten sich gegen die Beamten dagegen nicht ergeben, teilte der Sprecher der Polizeidirektion Halberstadt heute mit.

Rechtsextreme hatten die Mitglieder des Theaterensembles am 9. Juni angegriffen und dabei fünf Schauspieler verletzt. Die Polizei hatte am Tatort den 22-jährigen Hauptverdächtigen wieder laufen gelassen. Außerdem machten sich die Beamten nicht auf die Suche nach weiteren Tätern, obwohl diese nach Aussagen der Ensemblemitglieder noch in der Nähe gesehen worden waren.

flo/AFP/dpa

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