Hamburg/Berlin - Er wurde vor einigen Jahren als Finanzminister gehandelt, später als möglicher Aufsichtsratschef der Deutschen Börse
- und eine Zeitlang spekulierte das politische Berlin sogar darauf, dass das CDU-Mitglied Friedrich Merz gute Wahlchancen hätte, wenn er eine eigene Partei gründen würde.
Heute verfügt der 51-jährige dreifache Familienvater aus Brilon zwar noch über ein Bundestagsmandat, steht aber nicht mehr in vorderster Reihe. Viel Zeit investiert er in seine Aufgaben als Anwalt bei der Sozietät Mayer, Brown, Rowe & Maw, die in Deutschland Büros in Frankfurt am Main und Berlin unterhält.
Und Merz sitzt auch in sieben Aufsichts-, Verwaltungs- und Beiräten deutscher Unternehmen, dazu ist er bei der Schweizer Familien-AG Stadler Rail in Diensten. Diese Ämter finden sich auch in den Veröffentlichungen des Bundestags über die Nebeneinkünfte seiner 613 Mitglieder (www.bundestag.de). Zu den Vergütungen, die Merz erhält, wird hier allerdings nur bemerkt, dass seine Posten mit mehr als 7000 Euro im Jahr dotiert sind ("Stufe 3"). Die Frage, wie viel mehr Merz pro Posten tatsächlich erhält, bleibt offen.
Dabei weist beispielsweise die Deutsche Börse in ihrem öffentlich zugänglichen Geschäftsbericht 2006 eine Summe von 100.000 Euro aus, die an Merz für sein AR-Mandat gezahlt wurden. Auch andere börsennotierte Gesellschaften dokumentieren die Summen, die Merz erhielt, auf den Cent genau. manager-magazin.de recherchierte auch die Dotierungen der Ämter von Merz, zu denen (außer für Finanzbeamte) für gewöhnlich keine offiziellen Angaben erhältlich sind - die genauen Zahlen können Sie der folgenden Fotostrecke entnehmen:
Für seine Tätigkeit in der Anwaltskanzlei dürfte Merz jährlich außerdem eine sechsstellige Summe einstreichen - allerdings muss er hierzu keinerlei Angaben veröffentlichen, ergab eine Recherche von SPIEGEL ONLINE.
Schon abseits dieses Anwalts-Salärs ergibt sich für 2006 bei vorsichtiger Schätzung ein Nebeneinkünfte-Betrag von einer Viertelmillion Euro für Merz. Ein deutlicher Unterschied zu dem Mindestbetrag, der auf der Bundestags-Homepage veröffentlicht wurde - nämlich 56.000 Euro (je 7000 Euro in den acht Unternehmen).
Auf Anfrage erklärte Merz zu den Gesamtschätzungen: "Kein Kommentar."
Auf anderen Social Networks posten:
Hallo, sicher wenns jobs sind die mit politik nix zu tuen haben HABEN sie aber zu oft nicht und da kommen bei mir zweifel aus. Komisch zb. das strom"monopol" in deutschland und wie war das noch ? Laurentz meyer [...] mehr...
Ich finde diese Nebenjobs nicht so dramatisch. Schlimmer ists jedenfalls in der Wirtschaft: Sechs Aufsichtsratssitze, die gegenseitig zugeschanzt werden, sechs Sitzungen im Jahr und Millionen kassieren. Das ist Gutsherrenunart. [...] mehr...
.......... Ich finde diese Nebenjobs nicht so dramatisch. Schlimmer ists jedenfalls in der Wirtschaft: Sechs Aufsichtsratssitze, die gegenseitig zugeschanzt werden, sechs Sitzungen im Jahr und Millionen kassieren. Das ist [...] mehr...
Abgesehen davon, dass >7000 Euro eine doch sehr wage Formulierung ist und sehr viele Spekulationen und Phantasie nach oben offen lässt, frage ich mich, welche Nebeneinkünfte eigentlich für einen Abgeordneten legitim sind, [...] mehr...
die Links sind ja ziemlich aufschlussreich und zeigen zusammengenommen auf eine gut funktionierende Symbiose aus Teilen von Politik und Wirtschaft, die alles wesentliche beinhaltet, was nötig ist um die Ansprüche der Mehrheit [...] mehr...
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