Berlin - Die Union steht vor einer neuen Kontroverse in der Familienpolitik: CSU-Chef Edmund Stoiber wirft Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) vor, das Betreuungsgeld "ideologisch zu diffamieren". Darüber werde es "eine intensive Diskussion mit unserer Schwesterpartei" geben, sagte der bayerische Ministerpräsident der "Süddeutschen Zeitung".
Auslöser für Stoibers Ärger ist ein SPIEGEL-Streitgespräch Leyens mit Christa Müller, der Ehefrau des Linke-Vorsitzenden Oskar Lafontaine. Die Ministerin kritisiert darin das Betreuungsgeld, das die CSU an Eltern auszahlen möchte, die ihre Kinder zu Hause betreuen und nicht in eine Kinderkrippe geben.
Auch der CSU-Familienpolitiker Johannes Singhammer kritisierte die Ministerin: "Frau von der Leyen sollte endlich zu einer positiven Haltung zum Betreuungsgeld kommen", forderte Singhammer. "Das Ergebnis des Koalitionsgipfels von 14. Mai ist eindeutig: Das Betreuungsgeld kommt", sagte Singhammer.
Singhammer betonte die Wichtigkeit des Betreuungsgeldes. Für die Wahlfreiheit von Eltern sei es unverzichtbar. Eltern seien sehr wohl in der Lage, ihre Kinder Zuhause zu betreuen. "Es ist mir unverständlich, wenn die Erziehungskompetenz der Eltern für die bis Dreijährigen in Zweifel gezogen wird", sagte der CSU-Politiker.
Bereits in der Vergangenheit hatte es heftige Kritik in der Union an den Plänen von der Leyens gegeben - so hatten zahlreiche Unionspolitkiker von der Leyens Vorstoß, die Zahl der Krippenplätze deutlich auszubauen, in Frage gestellt.
hen/ddp/AP
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