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Müllskandal Deo aus Nebelkanonen

2. Teil: Wie der Entsorgungsstau Mülltourismus und dubiose Geschäfte fördert

Das EnBW-Desaster sei nur ein Vorbote, unken Experten. Bernd Bilitewski, Dresdner Professor für Abfallwirtschaft, warnte bereits, die neue Technik sei weitgehend gescheitert: "Probleme mit nichtfunktionierenden Anlagen werden in den nächsten Jahren Landkreise und Städte, die sich auf diese Technik eingelassen haben, noch sehr viel Geld kosten."

Doch nicht nur unsortierter Hausmüll türmt sich inzwischen in Notlagern, auch die in den MBA umständlich als "Energieträger" gewonnene "heizwertreiche Fraktion" wächst in den Himmel. Denn es fehlen die Abnehmer - obwohl die MBA-Betreiber den Kraftwerken im Durchschnitt sogar noch 75 Euro pro Tonne draufzahlen, damit sie den Restmüll verfeuern.

Landen Millionen Tonnen Hausmüll in Bergbaugruben?

Allein in Brandenburg stapeln sich 100.000 Tonnen Brennstoff in einem neuangelegten Zwischenlager bei Senftenberg, ein Genehmigungsverfahren für weitere 100.000 Tonnen läuft bereits. Im beschönigenden Mülldeutsch heißt das aber nicht Zwischenlager, sondern: Transportunterbrechung. Immer wieder kommt es in solchen Zwischenlagern zu gefährlichen Schwelbränden.

Der Entsorgungsstau in Deutschland fördert den Mülltourismus und dubiose Geschäfte. Der Vorstandsvorsitzende des Verbands Kommunale Abfallwirtschaft, Rüdiger Siechau, schimpfte, Abfall gehe immer den "Weg des geringsten Geldes": Unbehandelter Hausmüll werde wieder auf Deponien zwischengelagert, exportiert oder illegal verscharrt. Denn rund 40 Milliarden Euro werden pro Jahr im Müllgeschäft umgesetzt - das lockt zweifelhafte Gestalten.

Das Kompetenznetzwerk Mitteldeutsche Entsorgungswirtschaft schätzt, dass rund sieben Millionen Tonnen Müll jährlich illegal entsorgt werden. Das entspricht der Ladung von mehr als 700.000 Müllwagen. Ein beliebter Trick: Die stinkende Fracht verschwindet in Tongruben und Tagebauen, die nicht den strengen Kontrollen des Abfallrechts, sondern dem Bergrecht unterliegen. Bauschutt und Bodenaushub etwa dürfen dort vergraben werden.

Doch nun besteht der Verdacht, dass Müll-Dealer auch unbehandelten Hausmüll - mit Erde vermischt oder falsch deklariert - in solchen Gruben abkippen. In Sachsen-Anhalt leitete die Staatsanwaltschaft Stendal ein Ermittlungsverfahren gegen Grubenbesitzer ein. Im Bundesumweltministerium wird bereits an einer Verordnung gebastelt, die das Schlupfloch im Bergrecht schleunigst schließen soll.

Zugleich müht sich die Müllwirtschaft, die Folgen aus dem MBA-Problem aufzufangen - durch herkömmliche Brennkessel. Quer durch die Republik laufen derzeit Bauvorhaben für 40 neue Müllverbrennungsanlagen. Würden sie tatsächlich alle gebaut, entstünden dann sogar Überkapazitäten. Und der Müllstandort Deutschland droht, mit Dumpingpreisen zum Importeur für Dreck aus der ganzen Welt zu werden.

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insgesamt 380 Beiträge
Hador 03.08.2007
Der eigentliche Irrsinn bei der ganzen Sache liegt darin, dass man in Deutschland im Rahmen des, ach so tollen, Dualen Systems aus dem Müll ein Milliardengeschäft gemacht hat und sich wieder mal auf die Beteurungen der [...]
Der eigentliche Irrsinn bei der ganzen Sache liegt darin, dass man in Deutschland im Rahmen des, ach so tollen, Dualen Systems aus dem Müll ein Milliardengeschäft gemacht hat und sich wieder mal auf die Beteurungen der Privatwirtschaft verlassen hat der Markt würde alles selber regeln. Das Resultat ist, dass dort wo am Anfang noch der Gedanke der Abfallvermeidung im Vordergrund stand inzwischen mit dem Müll ein Riesengeschäft gemacht wird und das zieht eben auch jede Menge zwielichtige Geschäftemacher an. Ein echtes Interesse and Abfallvermeidung hat heute in der Wirtschaft ja sowieso keiner mehr. Hätte man weiterhin konsequent auf Abfallvermeidung gesetzt, dann wäre das Problem heute zumindest kleiner. Dazu kommt noch, dass in den Köpfen vieler Bürger die Mülltrennung ja quasi die Absolution in punkto Umweltschutz ist. Frei nach dem Motto: "Ich bin umweltfreundlich denn ich trenne meinen Müll. Als Ausgleich kann ich mir auch das fette Auto leisten und brauche mich ansonsten einen Dreck um die Umwelt zu kümmern."
naiv 03.08.2007
ich finde die müllverbrennung eine unsinnige angelegenheit. es wird zeit den "müll" als rohstoff zu betrachten und nicht durch den schornstein zu jagen. das die technologien der behandlung und aufarbeitung noch [...]
ich finde die müllverbrennung eine unsinnige angelegenheit. es wird zeit den "müll" als rohstoff zu betrachten und nicht durch den schornstein zu jagen. das die technologien der behandlung und aufarbeitung noch nicht ausgereift sind, sollte uns nicht von diesem richtigen weg abbringen, d.h. unsere lebensprozesse müssen als kreisläufe verstanden werden. deshalb sollte verbrennung vermieden werden, besser ausgereift deponieren bis die technologien der aufarbeitung ausgereift sind ( ich erinnere hier nur an schrott, vor jahren musste man für die autoverschrottung noch zahlen und heute gibt`s geld. mfg naiv
herd1958 03.08.2007
In Frankreich prangern Aufschriften auf Plastiktüten man solle sie in den Mülleimer geben sie gäben einen guten Brennwert ab, so wie Bioghurt Becher und ähnliches. Hier in Deutschland wird ein ganzes Volk "umerzogen", [...]
In Frankreich prangern Aufschriften auf Plastiktüten man solle sie in den Mülleimer geben sie gäben einen guten Brennwert ab, so wie Bioghurt Becher und ähnliches. Hier in Deutschland wird ein ganzes Volk "umerzogen", die Mülltrennung landet auf dem Lehrplan. 3 verschiedene Tonnen und Gelbe Säcke verunstalten die Hauseingänge, die Planung von Sozialwohnungen muß wegen der Trennerei neu berechnet werden (Müll braucht Platz), den Namen "Mülleimer" gibt es hierzulande eigentlich nicht mehr. 3 verschiedene Abholungen von Müll mit verschiedenen LKW verursachen unnützen Verkehr, die gelben Säcke liegen tagelang herum und verpesten die Umluft. Hierzu noch der Pfandwahnsinn. Wann kommen wir zur Verbrennung zurück? Trennen kann die Industrie wenn sie will, sie kann es. Und wir haben wieder einen Behälter, der Mülleimer heißt. Bitte keine Belehrungen, ich weiß es kommen nun erboste Gutmenschen auf den Plan. Ich bleibe bei diesem Beitrag (nun ist er hier) und verabschiede mich auch wieder, denn auf solche Diskussionen habe ich keine Zeit und Lust.
AlexZ 03.08.2007
Betrachtet man den Inhalt einer Schampoo-Flasche oder Zahnpastatube so sind dort sehr exotische chemische Verbindungen enthalten. Es ist unbekannt, ob einige dieser Stoffe überhaupt verrotten(in weniger als 1 Mio. Jahre). In [...]
Betrachtet man den Inhalt einer Schampoo-Flasche oder Zahnpastatube so sind dort sehr exotische chemische Verbindungen enthalten. Es ist unbekannt, ob einige dieser Stoffe überhaupt verrotten(in weniger als 1 Mio. Jahre). In Deutschland sind mehrere 10000 Stoffe unterwegs die im Müll landen. Da kann man noch soviel trennen, einer machts doch nicht richtig. Schon kleine Mengen Medikamente etc. können alles vergiften. Deponie ist keine realist. Lösung. Bei der gewöhnlichen Verbrennung(1000°C)wird es oft schlimmer da werden aus 100000 Stoffen vor der Verbrennung 200000 Stoffe nach der Verbrennung. Aber besser als Deponie, denn dortwirds nicht gefiltert. SPON hat vor Monaten eine totale Verbrennung mit Plasma(17000°C) vorgestellt. Dabei wird alles in Elematarteile zerlegt. Metalle werden zurück gewonnen, Kohlenstoffe und Wasserstoff zur Verbrennung genutzt. Aus 100000 Stoffen werden 100-200. Viel übersichtlicher. So irre das klingt, es scheint die beste Methode zu sein.
A.M.HB 03.08.2007
Also: hier wird zwar immer noch getrennt (Papier, Plastikzeuchs und sowas und "Restmüll"), aber das aus den gelben Säcken oder den gelben Tonnen landet genauso bei der Müllverbrennung wie der Restmüll. Nur die Arbeit [...]
Zitat von herd1958In Frankreich prangern Aufschriften auf Plastiktüten man solle sie in den Mülleimer geben sie gäben einen guten Brennwert ab, so wie Bioghurt Becher und ähnliches. Hier in Deutschland wird ein ganzes Volk "umerzogen", die Mülltrennung landet auf dem Lehrplan. 3 verschiedene Tonnen und Gelbe Säcke verunstalten die Hauseingänge, die Planung von Sozialwohnungen muß wegen der Trennerei neu berechnet werden (Müll braucht Platz), den Namen "Mülleimer" gibt es hierzulande eigentlich nicht mehr. 3 verschiedene Abholungen von Müll mit verschiedenen LKW verursachen unnützen Verkehr, die gelben Säcke liegen tagelang herum und verpesten die Umluft. Hierzu noch der Pfandwahnsinn. Wann kommen wir zur Verbrennung zurück? Trennen kann die Industrie wenn sie will, sie kann es. Und wir haben wieder einen Behälter, der Mülleimer heißt. Bitte keine Belehrungen, ich weiß es kommen nun erboste Gutmenschen auf den Plan. Ich bleibe bei diesem Beitrag (nun ist er hier) und verabschiede mich auch wieder, denn auf solche Diskussionen habe ich keine Zeit und Lust.
Also: hier wird zwar immer noch getrennt (Papier, Plastikzeuchs und sowas und "Restmüll"), aber das aus den gelben Säcken oder den gelben Tonnen landet genauso bei der Müllverbrennung wie der Restmüll. Nur die Arbeit mit der Trennerei überlassen sei einem. Früher wurde 2 x in der Woche entleert, heute kommen sie nur noch alle 14 Tage mit dem Ergebnis, daß Ratten und Ungeziefer angezogen wird von dem vor sich hin stinkenden Bio-Müll. Alles Quatschkram, den die sich damals (man weiß ja, wer das war) haben einfallen lassen, mit Verbrennung können immerhin Fernwärme-Leitungen gespeist werden.
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