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03.08.2007
 

Gemeinsame Erklärung

"Drohgebärde gegen den freien Journalismus"

Die Redaktionen von sieben Zeitungen und des SPIEGEL protestieren in einer gemeinsamen Erklärung gegen die Ermittlungen, die der BND-Ausschuss gegen 17 Journalisten angestoßen hat. SPIEGEL ONLINE dokumentiert das Schreiben.

Die Ermittlungsverfahren gegen insgesamt 17 Journalisten sind ein ebenso überzogener wie untauglicher Versuch, die Freiheit der Berichterstattung einzuschränken. Dahinter steht offenbar der Wunsch, die Unterrichtung der Öffentlichkeit über das Verfahren im Kurnaz-Untersuchungsausschuss zu behindern.

Journalisten in einem freien Land müssen sich auch vertraulicher Quellen und Unterlagen bedienen dürfen, wenn es darum geht, Missstände offenzulegen. Dem plumpen Versuch, über den "Umweg" von Ermittlungsverfahren gegen Journalisten deren Quellen auszuforschen, hat das Bundesverfassungsgericht in der "Cicero"-Entscheidung eine klare Absage erteilt. Deshalb hält beispielsweise die Staatsanwaltschaft Hamburg die strafrechtlichen Vorwürfe gegen die Journalisten auch für "Quatsch".

Herrn Kauder kommt es mit Billigung von Herrn Lammert offenbar auf eine Drohgebärde gegen den freien Journalismus an.

Die Unterzeichnenden verurteilen dieses Vorgehen und setzen darauf, dass die Justiz schnellstens klarstellt, dass sich kein Journalist strafbar gemacht hat. Die Berichterstattung über den Parlamentarischen BND-Untersuchungsausschuss wird mit unveränderter Akribie fortgesetzt.

  • Stefan Aust, DER SPIEGEL
  • Stephan-Andreas Casdorff und Lorenz Maroldt, "Der Tagesspiegel"
  • Josef Depenbrock, "Berliner Zeitung"
  • Giovanni di Lorenzo, "Die Zeit"
  • Stephan Hebel, "Frankfurter Rundschau"
  • Christoph Keese, "Welt am Sonntag"
  • Thomas Schmid, "Die Welt"
  • Bascha Mika, "die tageszeitung"

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