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14.08.2007
 

Die Linke

Lafontaine soll sich von Haltung seiner Ehefrau distanzieren

Dicke Luft bei der Linken: Die frauenpolitische Sprecherin fordert Parteichef Lafontaine auf, sich vom Familienbild seiner Frau Christa Müller abzusetzen. Deren Plädoyer im SPIEGEL für eine Kindererziehung zu Hause durch die Mutter sei nicht die Position der Partei.

Berlin - Oskar Lafontaine, Partei- und Fraktionsvorsitzende der Linken, gerät wegen des umstrittenen Familienbildes seiner Frau Christa Müller unter Erklärungsdruck. Die frauenpolitische Sprecherin der Linke-Bundestagsfraktion, Kirsten Tackmann, rief Lafontaine in Berlin zur Klarstellung der Parteiposition in der Familienpolitik auf. In Bezug auf Müllers Plädoyer für eine Kindererziehung zu Hause durch die Mutter sagte Tackmann: "Ich erwarte von Oskar Lafontaine, dass er deutlich macht, wer für die Mehrheit der Partei spricht." Die Auffassung seiner Frau sei in der Partei eine "Einzelmeinung".

Lafontaine: Die linken Frauen fordern eine Erklärung
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DDP

Lafontaine: Die linken Frauen fordern eine Erklärung

Tackmann sagte, selbstverständlich herrsche Meinungsfreiheit in der Partei, und diese sollte souverän über die Vorstellungen Müllers als familienpolitische Sprecherin der Linken im Saarland debattieren.

Es sei legitim, die Frage zu stellen, ob Mütter nicht lieber zu Hause bleiben wollten. Und Frauen, die sich dafür entschieden, müssten sozial abgesichert sein. Es müsse aber deutlich gemacht werden, dass die Kritik an Müllers Haltung in der Partei "sehr breit" sei.

Müller hatte sich in einem Streitgespräch mit Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) im SPIEGEL Ende Juli unter anderem für die häusliche Betreuung von Kindern durch ihre Mütter stark gemacht. Ferner bezweifelte sie, dass Mütter unbedingt Karriere machen wollten. Und nur, wenn berufstätige Mütter genügend Zeit für ihre Kinder hätten, seien sie gute Mütter. Zu den Plänen von der Leyens, das Angebot der Krippenplätze zu verdreifachen, sagte Müller, ein "Überangebot" könne einen "Zwang zur Fremdbetreuung" auslösen.

Tackmann sagte, zum Leitbild der Partei gehöre, dass Eltern die Wahlfreiheit hätten, wer ihre Kinder betreue. Entweder die Mutter oder der Vater oder eine öffentliche Einrichtung oder eine Mischung aus den bestehenden Möglichkeiten. Christa Müllers "Ernährermodell" sei nicht im Sinne der Linken. "Die Wahlfreiheit, die Christa Müller postuliert, ist, fürchte ich, ein Zwang für die Frau, zu Hause zu bleiben." Denn meistens bleibe automatisch die Frau daheim, weil der Mann mehr Geld verdiene. Mit einer Erwerbstätigkeit sicherten sich die Frauen aber ihre finanzielle Eigenständigkeit und Unabhängigkeit.

Ferner sei es wissenschaftlich erwiesen, dass Kinder bereits im Alter von sieben Monaten untereinander kommunizierten - und dies sei häufig besser in öffentlichen Einrichtungen mit hohen Qualitätsanforderungen und Bildungsauftrag möglich. Eine derart kritische Sicht auf eine staatliche Betreuung, wie Müller sie habe, sei nicht berechtigt. "Dieses Schreckgespenst ist absolut absurd." Kindererziehung sei auch eine gesellschaftliche Verantwortung.

asc/dpa/ddp

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