Mügeln – Die Polizei hält sich noch bedeckt. "Sie wurden befragt", lautete die knappe Angabe einer Sprecherin hinsichtlich der neuesten Entwicklung im sächsischen Mügeln. Details gab sie mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht bekannt.
Die Staatsanwaltschaft hatte bereits gegen zwei Tatverdächtige aus Mügeln Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs eingeleitet. Bei einem Stadtfest waren in der Nacht zum Sonntag acht Inder nach einer Rangelei im Festzelt von einem Mob gehetzt worden. Sie flüchteten sich in die nahegelegene Pizzeria eines Landsmannes. 14 Menschen wurden verletzt, darunter alle Inder und zwei Polizisten.
Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) äußerte die Hoffnung, dass die Ermittlungen schnell vorankommen. Zugleich sagte er: "Ich bleibe dabei, dass es in Mügeln keine rechtsextremistische Gruppierung gibt." Er habe keine Anhaltspunkte dafür, "dass der Rechtsextremismus organisiert operiert hat".
Die Suche nach Zeugen gestaltet sich nach Angaben der Polizei weiter schwierig. Bisher seien 51 Personen befragt worden, sagte die Sprecherin. Darüber hinaus würden an alle 2400 Haushalte in Mügeln Handzettel mit einem Zeugenaufruf verteilt. "Wir brauchen die Aussagen von denen, die dabei waren", sagte sie. "Wir müssen jedem Einzelnen seine Tat genau nachweisen." Die im Rathaus eingerichtete Anlaufstelle für Zeugen werde leider kaum genutzt. "Wer da hin will, muss durch ein Spalier von Journalisten", sagte die Sprecherin. Davor hätten viele Scheu.
asc/dpa
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