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Magdeburg Rechtsextremer greift Iraker mit Baseballschläger und scharfem Hund an

Schon wieder ein rechtsradikaler Angriff auf einen Ausländer: Eine Woche nach der Hetzjagd von Mügeln ist ein Iraker in Magdeburg attackiert worden - mit einem Baseballschläger und einem scharfen Hund. Eine Frau alarmierte die Polizei, der Täter floh.

Magdeburg - Es geschah in der Nacht zum Samstag gegen 1.30 Uhr. Der 36-jährige Iraker stand an einer Bushaltestelle, da wurde er von einem Unbekannten mit ausländerfeindlichen Sprüchen beleidigt, sagte Polizeisprecherin Anja Flagmansky. Der Mann ging weg, kam aber nach wenigen Minuten wieder - er hetzte einen großen Hund auf den Iraker. Dann schlug er mit einem Baseballschläger auf ihn ein.

Eine Zeugin habe den Vorfall bemerkt und die Polizei benachrichtigt, sagte die Sprecherin. Daraufhin habe der Angreifer von seinem Opfer abgelassen. Der Iraker erlitt eine Platzwunde am Hinterkopf und wurde noch am Tatort ambulant behandelt. Der Täter ist auf der Flucht. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf Volksverhetzung und gefährliche Körperverletzung.

Erst am Freitagabend war bekannt geworden, dass am vergangenen Wochenende in Rheinhessen zwei Afrikaner ebenfalls von Rechtsradikalen angegriffen worden waren. Auf einem Weinfest in der Gemeinde Guntersblum wurde ein 26-jähriger Mann aus dem Sudan schwer verletzt, und ein 39 Jahre alter Ägypter kam mit Schnittwunden an der Hand davon. Gestern wurde der mutmaßliche 29-jährige Haupttäter in Untersuchungshaft genommen. Der Haftbefehl gegen einen 26-Jährigen, der auch an der Attacke beteiligt gewesen sein soll, wurde laut Staatsanwaltschaft unter Auflagen außer Vollzug gesetzt.

Die Hetzjagd auf acht Inder im sächsischen Mügeln, bei der am vergangenen Wochenende 14 Menschen verletzt wurden, beschäftigt die Polizei weiter. In der vergangenen Woche haben die Beamten mehr als 50 Zeugen vernommen. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen zwei 21 und 23 Jahre alte Tatverdächtige aus Mügeln Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs eingeleitet. Auch am Wochenende gab es Vernehmungen, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Westsachsen. An einem Friedensgebet gestern Abend in Mügeln nahmen 200 Menschen teil.

Die Ausländerhatz vor einer Woche hat in der Politik eine Debatte über ein neues NPD-Verbotsverfahren geführt. SPD-Chef Kurt Beck forderte trotz Kritik aus der Union, einen neuen Anlauf zu wagen.

abl/dpa/AP

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