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Vereitelter Bombenplan Gotteskrieger an der Heimatfront

2. Teil: Das Afghanistan-Engagement rückt Deutschland ins Fadenkreuz

In der Tat scheint es eine zunehmende Fixierung auf Deutschland wegen des Afghanistan-Engagements zu geben. Bei den im Irak entführten Geiseln Hannelore und Sinan K. verlangten die Kidnapper den Abzug der Bundeswehr. Und im Frühjahr warnte die "Globale islamische Medienfront" in einem an Deutschland und Österreich adressierten Video mit Anschlägen in beiden Ländern, falls sie Afghanistan nicht verlassen.

Es könnte sich herausstellen, dass Fritz G., Daniel S. und Adem Y. ein ähnliches Motiv hatten. Zwar jähren sich in der nächsten Woche die Anschläge des 11. September 2001 - aber Ermittler halten es für denkbar, dass die Zelle nicht wegen des Jubiläums, sondern anlässlich der ebenfalls bald anstehenden Verlängerung der drei Afghanistan-Mandate im Bundestag zuschlagen wollte.

Wer steckt dahinter?

Allerdings ist noch nicht ganz klar, ob die drei mutmaßlichen Terroristen ihre eigenen Herren waren oder einen Anführer hatten. Sicher ist: In den vergangenen Monaten kommunizierten die drei mit einer Führungsfigur der "Islamic Jihad Union" (IJU), einer usbekischen Terrorgruppe, die zunehmend nach Pakistan ausgreift. Die IJU versucht seit einiger Zeit, in Deutschland zuzuschlagen. Sie hat es vor allem auf israelische und US-Einrichtungen abgesehen.

Ziercke, Harms und Schäuble erklärten heute, die IJU kooperiere eng mit Osama Bin Ladens Netzwerk al-Qaida. Doch dafür gibt es keine öffentlich bekannten Belege. Es ist eine Arbeitshypothese - die einen weiteren interessanten Aspekt der Razzia verdeutlicht: Immer häufiger wissen die Fahnder gar nicht mehr, mit was für einer Gruppe oder Organisation man es eigentlich zu tun hat.

Gab der IJU-Kader seine Ratschläge als Privatmann? Hätte sich die IJU oder gar al-Qaida zu dem Anschlag bekannt? Wer hat das Geld gegeben? Auf wessen Vermittlung waren die drei 2006 in Pakistan in Militärlagern - und in wessen Lagern?

Der Dschihadismus ist im Jahr sieben nach 9/11 diffuser als je zuvor. Nur noch selten lässt sich die Spur bis an den Hindukusch zurückverfolgen. Immer öfter nehmen Privatiers des Terrors die Rolle von Logistikern ein. Auf diese Weise hat al-Qaida überlebt - aber zugleich die Kontrolle aufgegeben.

Es würde nicht verwundern, wenn man auch bei diesem Anschlagsplot am Ende der Ermittlungen zwar die Möchtegern-Attentäter verurteilen kann - aber keinen Drahtzieher. Die Absender der Bomben bleiben immer öfter unbekannt.

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