Frankfurt/Main - Die Affäre um einen kriminellen V-Mann in Nordrhein-Westfalen zieht immer größere Kreise: Nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen einen noch unbekannten Verfassungsschützer wegen des Verdachts auf Geheimnisverrat und Strafvereitelung. Er soll den schwer kriminellen V-Mann, Sebastian S., einen Neonazi in der rechtsradikalen Szene in Ostwestfalen, vor Ermittlungen der Polizei gegen ihn gewarnt haben.
Nach Informationen der Zeitung aus dem Verfassungsschutz ist der Mann, der Sebastian S. vor den polizeilichen Ermittlungen warnte, ein so genannter V-Mann-Führer. Diese Führer sind Beamte des Verfassungsschutzes und Bezugspersonen für die V-Männer.
Die "Frankfurter Rundschau" berichtete gestern, der Verdächtige soll den V-Mann aufgefordert haben, statt seines Handys öffentliche Telefonzellen zu nutzen, da diese abhörsicher seien. Dies erfülle den Straftatsbestand der Strafvereitelung. "Die Ermittlungen laufen schon seit Mitte August", sagt der Bielefelder Oberstaatsanwalt Reinhart Baumgart der Zeitung.
Auslöser für die Ermittlungen waren von der Polizei abgehörte Telefonate des mittlerweile enttarnten V-Mannes Sebastian S., der wegen des Verdachts auf Drogenschmuggel überwacht wurde. Aus den Protokollen der Telefonate hat sich laut "Frankfurter Rundschau" ergeben, dass der 27-Jährige in ständigem Kontakt zum NRW-Verfassungsschutz stand.
anr/ddp
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