Von Sebastian Fischer, München
München - Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE will die EU den scheidenden bayerischen Ministerpräsidenten und Noch-CSU-Chef Edmund Stoiber nach Brüssel holen: EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und sein Vize Günter Verheugen haben Stoiber angeboten, als Vorsitzender eines Gremiums von renommierten Polit-Rentnern Europa auf Anti-Bürokratie-Kurs zu bringen.
Bayerns Innenminister und designierter Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) äußerte sich dazu im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE: "Ich kann diese Meldung nicht bestätigen, weiß aber von solchen Überlegungen." Wenn Stoiber "eine EU-Arbeitsgruppe führen sollte, die den Bürokratie-Abbau vorantriebe, würde ich dies als außerordentlich positiv empfinden", bemerkte Beckstein - bewusst im Konjunktiv. In Bayern habe man die Entbürokratisierung "seit Jahren als einen Schwerpunkt der Politik".
Auf Letzteres zielt auch die bayerische Opposition ab - allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause sprach mit Blick auf Stoibers neue Aufgabe von einer "wahren Lachnummer". Die EU würde so den "Bock zum Gärtner" machen: "Es gibt niemanden, unter dem die Bürokratie so angewachsen ist wie unter Stoiber." Der Noch-CSU-Chef sei der "Ober-Bürokrat".
Bayerns SPD-Fraktionschef Franz Maget bezweifelte ebenfalls Stoibers Kompetenz für den Bürokratieabbau: "Wir hoffen vor allem, dass ihm das besser gelingt als bei der verkorksten Verwaltungsreform in Bayern, die sein politisches Ende mit herbei befördert hat."
mit ddp
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Deutschland | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH