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18.09.2007
 

Gesetzesentwurf

Zypries will zehn Jahre Haft für Ausbildung in Terror-Camps

Der bloße Besuch eines Terror-Camps bleibt folgenlos - doch wer sich zur Vorbereitung eines Anschlags in einem Lager ausbilden lässt, soll nach dem Willen von Justizministerin Zypries bis zu zehn Jahre ins Gefängnis. So steht es in einem neuen Gesetzesentwurf, den die Ministerin heute vorstellte.

Berlin - Extremisten, die sich in einem Terror-Camp auf einen Anschlag vorbereiten, sollen bis zu zehn Jahre ins Gefängnis, das sieht der Gesetzentwurf vor, den Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) heute vorstellte.

Terror-Camp: Vorbereitung eines Anschlags soll mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden
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Terror-Camp: Vorbereitung eines Anschlags soll mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden

Voraussetzung sei, dass der Verdächtige tatsächlich ein Attentat plane, erklärte die SPD-Politikerin in Berlin. "Ein bloßes Erwerben von Fertigkeiten ohne die Absicht, damit eine terroristische Gewalttat zu begehen, bleibt straflos", heißt es in dem Gesetzentwurf der Justizministerin.

Auch die Herstellung von Sprengstoffen oder die Beschaffung der Grundstoffe dafür soll nach dem Entwurf mit Haft zwischen sechs Monaten und zehn Jahren bestraft werden. Ebenso soll das Verbreiten oder Anpreisen von terroristischen Anleitungen unter Strafe gestellt werden.

Der neue Paragraf 89a des Strafrechts zielt allerdings nicht nur auf den islamistischen Terrorismus: Auch das Mitglied einer rechtsextremistischen Wehrsportgruppe, das zur Vorbereitung eines Anschlags einen Sprengmeisterkurs besucht, kann danach bestraft werden. Das gleiche gilt für Verdächtige, die eine Flugschule besuchen, um ein Passagierflugzeug zu entführen.

Der Referentenentwurf geht nach Abstimmung innerhalb der Bundesregierung zur Stellungnahme an Länder und Verbände. Laut Zypries soll dann "schnellstmöglichst" ein Regierungsentwurf durch das Bundeskabinett beschlossen werden.

Die Forderung, den Besuch von Terrorlagern unter Strafe zu stellen, wurde nach den Festnahmen von drei Terrorverdächtigen im Sauerland vor zwei Wochen erhoben.

anr/Reuters/dpa

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