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Wankender Verkehrsminister Bahn-Streit bedroht Tiefensees Zukunft

2. Teil: Auf die eigenen Leute kann sich SPD-Mann Tiefensee im Moment kaum verlassen

Auf die eigenen Leute kann sich der Minister jedenfalls nicht verlassen - ungewöhnlich angesichts der Kritik aus dem CDU-Lager. Außer SPD-Fraktionschef Peter Struck, der den Minister alleine aus Organisationspflicht weiter zu stützen hat, gibt es unter den sozialdemokratischen Abgeordneten wenige, die Tiefensee und seine Reform verteidigen. "Das wäre bei jedem anderen SPD-Minister anders", sagt ein Fraktionskenner, "der hat da eben keine Lobby". Nicht einmal die sächsischen Abgeordneten werfen sich besonders in die Brust. Tiefensee, so heißt es, gilt immer noch als politischer Seiteneinsteiger. "Dem fehlt der Stallgeruch."

Auch unter anderen ostdeutschen Spitzen-Sozialdemokraten ist man mit Solidaritätsadressen zurückhaltend. Klaas Hübner aus Sachsen-Anhalt, für die Neuen Länder zuständiger Vize-Fraktionschef im Bundestag, ist genauso wenig für eine Stellungnahme zu erreichen wie Thüringens SPD-Chef Christoph Matschie.

Nur Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn, noch stellvertretender SPD-Bundesvize, macht sich für Tiefensee stark. "Ich habe Respekt vor ihm, er steht", sagte Bullerjahn SPIEGEL ONLINE. Dass die Reform immer mehr mit der Person Tiefensee verbunden werde, sei unfair. "Man hat das gemeinsam in der Koalition vereinbart, und jetzt lässt man ihn zunehmend alleine", das sei nicht in Ordnung. Dass Tiefensee beschädigt wird, würde wohl in Kauf genommen.

Hermann Scheer, der mit seinem Vorschlag für eine Bahn-Volksaktie zu den schärfsten Kritikern der geplanten Reform gehört, hält diesen Vorwurf für abwegig. "Man sollte Sachentscheidungen und Personen auseinanderhalten", sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete. Er sagt aber auch: "Wir können doch nicht etwas inhaltlich Falsches aus Rücksicht auf eine Person gutheißen." Andere in der SPD wie die Bundestagsabgeordnete Petra Weis halten Tiefensee nicht einmal für beschädigt - die Verkehrsexpertin gehört allerdings auch zu den treuen Gefolgsleuten des Ministers.

Wenn es nach Jens Bullerjahn geht, ist der Bundesverkehrsminister noch nicht geschlagen. "Ich glaube, Wolfgang Tiefensee wird sich am Ende durchsetzen", sagt er. "Aber dafür muss er die Vorzüge der Reform gut erklären und mit den Kritikern reden."

Das kann Wolfgang Tiefensee.

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