Berlin - Dreieinhalb Jahre hat Björn Böhning den Posten des Juso-Chefs inne gehabt - lang genug, findet der 29-Jährige. Er werde auf dem Juso-Bundeskongress in Wolfsburg Ende November nicht erneut kandidieren, kündigte Böhning heute in Berlin an. Knapp zwei Jahre vor der Bundestagswahl sei ein "guter Zeitpunkt" für einen Führungswechsel.
Unter seiner Führung hätten sich die Jusos innerhalb der Partei zu einem "Hort der Kontinuität" entwickelt, sagte der gebürtige Lübecker keck. Als "einer der dienstältesten Juso-Vorsitzenden aller Zeiten" habe er im Amt "drei SPD-Vorsitzende kommen und gehen sehen".
In seiner Amtszeit seien die politischen Themen der Jusos "im Zentrum der SPD angekommen", sagte Böhning und nannte unter anderem die Forderung nach der Abschaffung der Wehrpflicht. Der Parteiarbeit will er trotz des Abschieds vom Juso-Chefposten treu bleiben: Der SPD-Linke kündigte an, auf dem Bundesparteitag der Sozialdemokraten Ende Oktober in Hamburg erneut für den Parteivorstand zu kandidieren.
Böhning arbeitet seit Anfang des Jahres als Berater des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD). Der Politologe ist Chef der Abteilung für "Politische Grundsatz- und Planungsangelegenheiten".
Zu Böhnings Vorgängern im Amt gehören Niels Annen und Andrea Nahles, die beide inzwischen im Bundestag sitzen. Nahles soll auf dem SPD-Parteitag zudem zur stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt werden.
Zusammen mit Nahles und Annen bilde er das "Zentrum der Parteilinken" in der SPD, sagte Böhning. Zum Gerücht, er sei auf der Suche nach einem Bundestagswahlkreis für 2009, sagte Böhning ausweichend, er halte es da wie sein Chef Wowereit: "Karrieren kann man nicht planen".
Als Nachfolgerin für den Juso-Vorsitz kandidiert im November die Berliner Juso-Landeschefin Franziska Drohsel.
ler/cvo/ddp
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