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28.09.2007
 

Rechtsextremismus

Neonazi-Anwalt Rieger kauft alten Bahnhof in Melle

Wieder einmal sorgt der Rechtsextremist Jürgen Rieger mit einem Immobiliengeschäft für Wirbel. Der NPD-Politiker hat in der Stadt Melle ein altes Bahnhofsgebäude gekauft. Angeblich will er hier ein braunes Schulungszentrum einrichten.

Melle - Melles erster Stadtrat Stefan Junkermann (CDU) bestätigte heute Berichte, dass der Hamburger Rechtsextremist Jürgen Rieger den alten Bahnhof der Stadt erworben hat. Rieger habe das Gebäude für 700.000 Euro von einem Makler aus Melle gekauft. Die Stadt prüfe nun, ob sie ein Vorkaufsrecht habe. "Wir werden zudem abwarten, ob der Kauf auch wirklich abgeschlossen wird", sagte Junkermann.

Alter Bahnhof in Melle: Bald Schulungszentrum für Rechtsextreme?
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DDP

Alter Bahnhof in Melle: Bald Schulungszentrum für Rechtsextreme?

Die Stadt hatte ein Kaufangebot des Maklers über 790.000 Euro Anfang September abgelehnt. Die Entscheidung wurde damit begründet, dass man sich nicht erpressen lasse. Der geplante Verkauf an Rieger hatte bereits in den vergangenen Wochen für Diskussionen und Proteste in Melle gesorgt. Gegen den Verkauf des Bahnhofs an Rieger hatten Anfang September etwa 200 Bürger in der Stadt im Landkreis Osnabrück demonstriert.

NPD-Bundesvorstandsmitglied Rieger hatte erklärt, er wolle in dem Gebäude ein Schulungszentrum für Parteimitglieder und die "nationale Jugend" einrichten. Die Stadt Melle hatte bis zuletzt die Ernsthaftigkeit der Kaufabsichten des Rechtsanwalts bezweifelt. Auch jetzt sei nicht wirklich klar, ob es sich nicht wieder um einen "Bluff" handle, sagte Olaf Döring, der Betreiber der Internetseite "Melle sagt Nein". Dennoch seien er und viele andere, die sich am Freitag spontan an dem Bahnhofsgebäude versammelt hatten, "entsetzt". "Wir sind alle noch ziemlich ratlos", sagte Döring.

Bereits für Morgen habe man eine Demonstration im Rahmen des Herbstfestes geplant. Sollte der Kauf auch wirklich abgewickelt werden, soll zudem eine Bürgerinitiative gegründet werden.

Vor einem Jahr hatte NPD-Vorstandsmitglied Rieger versucht, ein Hotel in Delmenhorst zu kaufen. Dort wollte er nach eigenen Angaben ebenfalls ein Schulungszentrum für die rechte Szene errichten. Delmenhorster Bürger sammelten fast eine Million Euro und ermöglichten der Stadt einen Kauf des Hotels.

In der vergangenen Woche verhinderte die Stadt Menden in Nordrhein- Westfalen den Verkauf eines Gutshauses an Rieger. Sie einigte sich mit der Besitzerin auf einen Erwerb durch die Kommune - nach eigenen Angaben jedoch nicht zu einem überhöhten Preis.

phw/ddp

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