Hamburg - Die gravierenden Fälle von Alkoholmissbrauch gab es im 1. Kontingent des deutschen Kommandos Spezialkräfte (KSK), das seit Dezember 2001 im afghanischen Kandahar stationiert war. Das bestätigen mehrere deutsche und amerikanische Augenzeugen dem SPIEGEL. Außerdem belegen dies interne Bundeswehr-Dokumente.
"Der Kontingentführer war über lange Zeiten hinweg alkoholisiert", erinnert sich ein Soldat. Auch der Kompaniechef hatte nach den Erinnerungen eines Soldaten "ein bekanntes Alkoholproblem".
Die Vorkommnisse haben die eingesetzten Soldaten offenbar schwer belastet. "Noch nie habe ich solche Zustände bei der Bundeswehr gesehen wie in dieser Truppe", erinnert sich ein Soldat. "Differenzen gab es auf allen Ebenen; die Führung hat versagt", sagt der Soldat. Noch Jahre nach dem Einsatz plagten beteiligte Soldaten die Sorge, die Zustände beim KSK in Kandahar könnten öffentlich werden.
In einer E-Mail vom 14. Juli 2005 an den zuständigen Oberst im Einsatzführungskommando in Potsdam erwähnte ein Mitglied des 1. Kontingents verschiedene Problemfälle wie den "Alkoholmissbrauch" des Kompaniechefs, "und alle damit zusammenhängenden bekannten Probleme" sowie die "Untätigkeit aller, die diese Problematik kannten".
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