Landau - Seit Beginn der Einsätze im Jahr 1996 wurden 1647 Soldaten wegen psychischer Probleme in Einrichtungen der Bundeswehr behandelt, darunter 700 wegen posttraumatischer Störungen, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Zeitung "Rheinpfalz" sagte. Als besonders belastend erweist sich demnach der Dienst in Afghanistan, wo seit 2003 ein Drittel aller psychischen Erkrankungen registriert worden sind: Von diesen 497 Fällen gingen 280 auf traumatische Erlebnisse zurück.
Das Ministerium sehe inzwischen offenbar ebenfalls Handlungsbedarf. Es werde geprüft, ob die vorhandenen Kräfte ausreichten, "um alle truppenpsychologischen Maßnahmen wahrzunehmen", sagte ein Ministeriumssprecher. Auch das Sanitätswesen leidet unter den Einsätzen. Dem Bericht zufolge müssen an den Bundeswehrkliniken Stationen und Operationssäle stillgelegt werden, weil es an Fachpersonal mangele. Dafür arbeiteten die verbleibenden Mitarbeiter teilweise "rund um die Uhr", heißt es aus Sanitätskreisen. Dies gefährde auch die Versorgung ziviler Patienten.
Das Verteidigungsministerium verweise allerdings darauf, dass der Anteil der von traumatischen Störungen Betroffenen bei insgesamt 210.000 im Ausland eingesetzten Soldaten seit Jahren "unter einem Prozent" liege. Dies sei im internationalen Vergleich ein "sehr guter Wert". Experten gehen der Zeitung zufolge jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. So trauten sich viele Soldaten aus Sorge um ihre Karriere oder aus Angst vor dem Spott der Kameraden nicht, Vorgesetzten ihre psychischen Probleme zu offenbaren.
esp/afp
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