Hamburg - Schlechte Noten für Modernisierungsbemühungen der Bundeswehr: Die pro Soldat gut 20.000 Euro teure Ausstattung namens "Infanterist der Zukunft" findet bei denen, sie sie nutzen sollen, wenig Freunde.
Offiziell spricht die Bundeswehr von einem "Qualitätssprung" und feiert "eine der modernsten Infanterieausrüstungen weltweit". Die Ausstattung umfasst unter anderem Schutzwesten, Mini-Computer, Schutzbrillen, Funkgeräte und neue Waffen. Sie sei aber viel zu schwer, besagen interne Berichte aus dem Afghanistan-Einsatz, was "Beweglichkeit" und "Leistungsfähigkeit" der Soldaten "insbesondere bei großer Hitze" zu sehr einschränke.
Außerdem sei die Weste samt Panzerung so sperrig, dass die Soldaten in "äußerst unbequemer Sitzhaltung" in den Geländewagen kauern müssten – und nur mit Mühe wieder aussteigen könnten. Die Schutzbrille sei "nicht nutzbar", da sie schon "bei geringem Schwitzen" anlaufe und "kaum Schutz gegen Fahrtwind" biete.
Navis aus dem Supermarkt wären besser
Der Mini-Computer, der den Infanteristen in der Fremde mit Hilfe von Satellitennavigation und elektronischen Landkarten metergenaue Orientierung garantieren soll, liefere "teilweise unzuverlässige" Angaben und besitze zu wenig Speicherkapazität. Die Reichweite der Funkgeräte sei zu gering, außerdem falle den Soldaten "ständig" der Hörknopf aus dem Ohr.
Empfehlung eines genervten Kommandeurs: Die Heeresleitung solle "Schlüsselkomponenten" wie etwa das Navigationsgerät durch "benutzerfreundlichere, handelsübliche Produkte" ersetzen. Dann ließen sich "Kampfkraft und Durchhaltefähigkeit bei gleichzeitiger Einsparung von Kosten deutlich verbessern".
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