Berlin - Der Demonstrationszug startete heute im Stadtteil Friedrichshain am U-Bahnhof Samariterstraße, wo Silvio Meier am 21. November 1992 ermordet worden war. Der Aufzug verlief nach Angaben der Polizei weitgehend friedlich. Es wurden einige geparkte Autos beschädigt und Steine auf ein rechtes Szenelokal
geworfen. Nach Ende der Demonstration hätten aber mehrere Teilnehmer Auseinandersetzungen mit der Polizei gesucht, hieß es. Die Polizei nahm zwölf Demonstranten vorläufig fest, zwei wegen Vermummung und Mitführens verbotener Gegenstände, zehn wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und versuchter Gefangenenbefreiung.
Die Veranstalter warfen der Polizei einen überzogenen und "brutalen Schlagstock- und Pfeffersprayeinsatz" am Ende der Demonstration vor. Dabei seien mindestens acht Menschen verletzt worden. Die links-alternative Szene erinnert jedes Jahr mit einer Demonstration an Silvio Meier. Auf Plakaten forderten die Teilnehmer des diesjährigen Protestzuges unter anderem: "Kein Vergeben, kein Vergessen", "Nazistrukturen zerschlagen".
kai/AP/dpa
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH