Von Lisa Sonnabend
Berlin - In Deutschland gibt es immer weniger traditionelle Familien, so die Ergebnisse des jüngsten Mikrozensus. Nur noch 39 Prozent der Bevölkerung lebten 2006 in der klassischen Lebensgemeinschaft, sagte Walter Radermacher, Präsident des Statistischen Bundesamts. 1996 waren es noch 43 Prozent. Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland 8,8 Millionen Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren - das sind 668.000 weniger als noch zehn Jahre zuvor.
Besonders in Ostdeutschland diagnostizierten die Bundesstatistiker einen "rapiden Rückgang", so Radermacher. Nur noch jede knapp fünfte deutsche Familie (18 Prozent) lebt in den neuen Bundesländern. Und während 1996 noch 45 Prozent der Ostdeutschen in einer Familie gelebt hätten, seien es im vergangenen Jahr nur noch 32 Prozent gewesen. In Baden-Württemberg gibt es dagegen die meisten Familien, 42 Prozent der Bevölkerung ist Mitglied einer Familie, heißt es in dem Bericht.
Auch die Zahl der Kinder pro Familie gehe weiter zurück, der Trend zur Ein-Kind-Familie setze sich fort. In 53 Prozent der Familien lebt nur ein minderjähriges Kind, in 36 Prozent wachsen zwei minderjährige Kinder auf und in lediglich 11 Prozent drei Kinder oder mehr. Im Durchschnitt leben nur noch 1,61 minderjährige Kinder in einer Familie, zehn Jahre zuvor waren es noch 1,65.
Verschiebung der Familienstruktur
Auch hier ist die Situation in Ostdeutschland weit drastischer. Während 1996 hier noch durchschnittlich 1,55 Kinder in Familien aufwuchsen, waren es 2006 nur noch 1,43 Kinder. In Berlin gab es mit 1,50 die meisten pro Familie in Ostdeutschland, aber weniger als in allen westdeutschen Bundesländern.
Einen weiteren Trend macht der Mikrozensus 2006 deutlich: Immer mehr Kinder wachsen nicht bei verheirateten Eltern auf, sondern bei Alleinerziehenden oder nichtverheirateten Paaren. Zwar sind immer noch drei Viertel aller Familien Ehepaare mit Kindern, doch es gibt immer mehr sogenannte alternative Familienformen. Alleinerziehende und Lebensgemeinschaften mit Kindern machen inzwischen 26 Prozent der Familien aus, 1996 waren dies erst 19 Prozent.
"Das führt zu einer Verschiebung der Familienstruktur", sagte Radermacher. Diese sei insbesondere in Ostdeutschland zu beobachten. In Berlin beispielsweise wächst bereits fast die Hälfte aller Kinder in alternativen Familienformen auf. In den neuen Bundesländern leben mit 42 Prozent deutlich mehr alternative Familien als in den alten Bundesländern. Dort sind es lediglich 22 Prozent.
Der Mikrozensus ist die größte jährliche Haushaltsbefragung in Europa. Befragt werden rund 380.000 Haushalte. Nun sei es Aufgabe der Politiker, Ursachen für den Rückgang der Familien auszumachen und weitere Konzepte zu entwickeln, wie man der Situation entgegensteuern könne, sagte Radermacher. "Statistiker sind nur für die Zahlen zuständig."
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Ich weiss zwar nicht was der Ausfall jetzt soll, aber sei es drum. Ich bin verheiratet, bevor meine Frau z.B. Hatz IV bekommt, wird mein Einkommen herangezogen. Umgekehrt natürlich genau so. Wenn wir nicht verheiratet wären, [...] mehr...
Vor allem berechtigterweise dann wenn diese Lebensgemeinschaft niemals zum Vorteil selbiger gereicht. Kann man gegenseitig ärztliche Versorgungen unterschreiben ? NEIN ! Kann man voneinander erben ? NEIN ! Kann man die [...] mehr...
Das ist es ja, was ich meine. In dem Eheversprechen für einander einzustehen, in Gute wie in Schlechten Zeiten, liegt ja eine der ältesten, sozialen Absicherungen überhaupt. Heute hat man diese Sorge auf den Staat [...] mehr...
Gemach, gemach! Man sollte diese Diskussion nicht nur aus der Sicht der Bedarfsgemeinschaften nach Hartz4 sehen. Die Unterhaltspflicht Verheirateter ist da schon ein anderes "Kaliber", zumal da das eigene [...] mehr...
Wer sich mal das SGB II anguckt, §7 (3), der wird feststellen, dass es sich mit dem "nicht füreinander einstehen" ohne erledigt hat. Danach reicht es nämlich schon, wenn man ein Jahr zusammenlebt, um eine [...] mehr...
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