Hamburg - Harsche Managerschelte von Vizekanzler und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD): "Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben erlebt, wie ihre Vorstände vor allem den kurzfristigen Gewinn im Blick haben, während sie die Beschäftigten wie Kostenstellen mit zwei Ohren behandeln", sagte er der "Bild am Sonntag".
Deutschland müsse zu einer "Unternehmenskultur der Verantwortung zurückkehren, in der Arbeitnehmer die Anerkennung erfahren, die ihnen gebührt". Die Debatte über Managergehälter sei keine Neiddebatte, sondern eine Diskussion über den mangelnden sozialen Zusammenhalt im Land. "Wir alle wollen in keinem Land leben, in dem sich jeder nur der Nächste ist und sich ohne Rücksicht die Taschen vollstopft."
Steinmeier mahnte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Sozialdemokraten als gleichwertigen Partner zu behandeln. "Wir diskutieren mit der Union auf Augenhöhe, weil wir im Bundestag praktisch gleich stark sind. Frau Merkel ist gut beraten, uns so zu behandeln."
Die Zusammenarbeit in der großen Koalition funktioniere nur, wenn das Gebot der Fairness beachtet werde. Steinmeier wies Berichte zurück, wonach die SPD eine Arbeitsgruppe für persönliche Attacken gegen Merkel eingerichtet habe. "Ich habe die Meldung über eine angebliche solche Arbeitsgruppe mit Neugier zur Kenntnis genommen. Das kann sich, wenn überhaupt, nur um eine Idee handeln, die irgendwo morgens um drei nach einer feuchtfröhlichen vorgezogenen Silvesterfeier entstanden sein könnte." Die SPD-Führung wisse davon jedenfalls nichts und plane auch nichts dergleichen.
jul/AP
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