Berlin - Eine positive Bilanz mit warnenden Untertönen - Angela Merkel eine Fortsetzung des Reform- und Konsolidierungskurses angekündigt. "Wir dürfen uns trotz aller Erfolge keinesfalls zurücklehnen", sagte die Bundeskanzlerin laut Vorabveröffentlichung in ihrer Neujahrsansprache, die am heutigen Silvesterabend ausgestrahlt wird. "Zu groß sind die Risiken für unsere Konjunktur und unser Wirtschaftswachstum, insbesondere durch weltweite Einflüsse." Merkel nannte vor allem hohe Energie- und Lebensmittelpreise, aber auch die Arbeitslosigkeit.
Neujahrsansprache der Kanzlerin: Kampf gegen die Arbeitslosigkeit weiter im Mittelpunkt
Die Kanzlerin wies darauf hin, dass Familien wieder in den Mittelpunkt der Gesellschaft gerückt seien. Dies sei "etwas sehr Wertvolles". Sie freue sich, dass das Elterngeld von so vielen Müttern und gerade auch Vätern angenommen werde. 2008 beginne der verstärkte Ausbau der Kinderbetreuung für unter Dreijährige.
Merkel erinnerte aber auch an die Fälle von Kindesmisshandlung und Verwahrlosung sowie an getötete Kinder. "Manche Tage des vergangenen Jahres hätten wir lieber nicht erlebt", sagte Merkel. "Wir alle denken mit Schrecken an die Nachrichten von Kindesmisshandlung, Verwahrlosung und Todesfällen."
Erneut forderte sie in diesem Zusammenhang eine "Kultur des Hinsehens, nicht des Wegschauens". Wo Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert seien, müsse sich der Staat einmischen. Dies sollte durch zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen und gestärkte Möglichkeiten der Familiengerichte geschehen, wenn es um Entscheidungen zum Sorgerecht gehe. Die Bundeskanzlerin betonte in dem vorab verbreiteten Text zugleich, die meisten Eltern kümmerten sich aufopferungsvoll um ihre Kinder.
Merkel dankte explizit den 23 Millionen ehrenamtlich Tätigen in Deutschland sowie Soldaten, Polizisten und Aufbauhelfern, die im Ausland aktiv sind, Frieden und Stabilität zu sichern. Sie gedachte dabei auch derer, die im Einsatz ihr Leben ließen. "An die, die in diesem Jahr einen geliebten Menschen bei einem Auslandseinsatz verloren haben, an die denke ich gerade in dieser Stunde ganz besonders."
phw/AFP/dpa
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