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31.12.2007
 

Neujahrsansprache

Merkel mahnt zu mehr Wachsamkeit bei Kindesmisshandlungen

"Manche Tage hätten wir lieber nicht erlebt" - Angela Merkel hat an die schrecklichen Fälle von Kindesmisshandlungen in Deutschland erinnert und erneut eine Kultur des Hinsehens angemahnt. In ihrer Neujahrsansprache warnte die Kanzlerin zudem vor einer Reformpause in Deutschland.

Berlin - Eine positive Bilanz mit warnenden Untertönen - Angela Merkel eine Fortsetzung des Reform- und Konsolidierungskurses angekündigt. "Wir dürfen uns trotz aller Erfolge keinesfalls zurücklehnen", sagte die Bundeskanzlerin laut Vorabveröffentlichung in ihrer Neujahrsansprache, die am heutigen Silvesterabend ausgestrahlt wird. "Zu groß sind die Risiken für unsere Konjunktur und unser Wirtschaftswachstum, insbesondere durch weltweite Einflüsse." Merkel nannte vor allem hohe Energie- und Lebensmittelpreise, aber auch die Arbeitslosigkeit.

Neujahrsansprache der Kanzlerin: Kampf gegen die Arbeitslosigkeit weiter im Mittelpunkt
Getty Images

Neujahrsansprache der Kanzlerin: Kampf gegen die Arbeitslosigkeit weiter im Mittelpunkt

Zwar habe Deutschland auch beim Kampf gegen die Arbeitslosigkeit "einen guten Schritt nach vorne getan", sagte die Kanzlerin. "Eine Million weniger Arbeitslose, eine Million Erwerbstätige - wer hätte diese Entwicklung vor zwei Jahren für möglich gehalten?!". Dennoch mahnten noch immer 3,5 Millionen Arbeitslose zum Handeln. "Mein Ziel ist und bleibt deshalb unverändert, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Das heißt, bestehende Arbeitsplätze zu erhalten und Voraussetzungen zu schaffen, damit neue entstehen können", sagte Merkel.

Die Kanzlerin wies darauf hin, dass Familien wieder in den Mittelpunkt der Gesellschaft gerückt seien. Dies sei "etwas sehr Wertvolles". Sie freue sich, dass das Elterngeld von so vielen Müttern und gerade auch Vätern angenommen werde. 2008 beginne der verstärkte Ausbau der Kinderbetreuung für unter Dreijährige.

Merkel erinnerte aber auch an die Fälle von Kindesmisshandlung und Verwahrlosung sowie an getötete Kinder. "Manche Tage des vergangenen Jahres hätten wir lieber nicht erlebt", sagte Merkel. "Wir alle denken mit Schrecken an die Nachrichten von Kindesmisshandlung, Verwahrlosung und Todesfällen."

Erneut forderte sie in diesem Zusammenhang eine "Kultur des Hinsehens, nicht des Wegschauens". Wo Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert seien, müsse sich der Staat einmischen. Dies sollte durch zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen und gestärkte Möglichkeiten der Familiengerichte geschehen, wenn es um Entscheidungen zum Sorgerecht gehe. Die Bundeskanzlerin betonte in dem vorab verbreiteten Text zugleich, die meisten Eltern kümmerten sich aufopferungsvoll um ihre Kinder.

Merkel dankte explizit den 23 Millionen ehrenamtlich Tätigen in Deutschland sowie Soldaten, Polizisten und Aufbauhelfern, die im Ausland aktiv sind, Frieden und Stabilität zu sichern. Sie gedachte dabei auch derer, die im Einsatz ihr Leben ließen. "An die, die in diesem Jahr einen geliebten Menschen bei einem Auslandseinsatz verloren haben, an die denke ich gerade in dieser Stunde ganz besonders."

phw/AFP/dpa

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