Kreuth - Der Blick in die Speisekarte könnte üble Erinnerungen an eine Parteirebellin wecken, fürchteten die CSU-Politiker. Wegen ihrer Ansicht nach geschmackloser Menünamen hat die Landesgruppe eine satirische Speisenauflistung boykottiert. Die Politiker erhoben Einspruch gegen die geplante Karte im benachbarten Wirtshaus "Altes Bad", wie Wirt Eckart Hinz enttäuscht mitteilte. Die Karte wurde extra zur Winterklausur der Partei in Wildbad Kreuth angefertigt.
Grund für die Empörung war das Spezialgericht "Tagliatelle mit Ragout - nach Fürther Spezialrezept mit zarten Latexhandschuhen ausgerollt". In Fürth ist die inzwischen aus der CSU ausgetretene Gabriele Pauli nach wie vor Landrätin. Auch zwei "zarte Fleischpflanzerl vom Grill ganz frisch durch den Mixa gejagt - ohne Herdpauschale und garantiert frei von Claudia Roth-grünen Bitterstoffen" schmeckten den Christsozialen gar nicht.
"Wir wollten etwas Lustiges machen", klagte Hinz. Stattdessen habe es "Ärger gegeben". In dem Wirtshaus werden Medienvertreter auf CSU-Kosten verköstigt. Die Speisekarte bietet inzwischen ganz gewöhnliche Fleischpflanzerl (Frikadellen) ohne satirische Anmerkungen an. Bereits im vergangenen Jahr hatte die CSU auf dem Höhepunkt der Führungskrise um den früheren Parteichef Edmund Stoiber auf satirefreie Menüs bestanden.
amz/dpa
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